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Arbeit im Personalwesen
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Wie können sich Mitarbeiter am besten weiterentwickeln? Auch um diese Fragen kümmern sich Personalerinnen und Personaler.

Talente finden und fördern

Wie werde ich Personaler/in?

Früher oder später führen alle Wege im Berufsleben auch in die Personalabteilung: beim Bewerben, bei der Gehaltsabrechnung oder auch bei einer Kündigung. Wer sind die Menschen, die dort arbeiten?

Berlin - Der Fachkräftemangel in vielen Branchen hat den Arbeitsmarkt zu einem Arbeitnehmermarkt gemacht. Wer als Arbeitgeber gute Fachkräfte finden, fördern und halten will, braucht eine starke Personalabteilung. Aber wie läuft die Karriere im Personalwesen eigentlich ab?

Meike Hesslings Weg in den Fachbereich Personalmanagement zeichnete sich schon früh ab. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau und lernte dabei auch die Personalentwicklung kennen: sie konzipierte Schulungen, Mitarbeiterevents und -befragungen. Ihr war klar: das ist ihr Steckenpferd und als Personalerin kann sie für die Mitarbeiter da sein.

Immer für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ansprechbar

Nach der Ausbildung studierte sie in Köln Wirtschaftspsychologie, und entschied sich nach dem Bachelor für ein Traineeship bei Sportfive, einen Unternehmen für Sportmarketing. Nun ist sie bald mit ihrem 18-monatigen Traineeship fertig, dann ist sie voll ausgebildete Personalerin und kann alle Aufgabenfelder - von vorbereitender Lohnbuchhaltung bis Personalentwicklung - bearbeiten.

In ihrem Arbeitsalltag kommt immer spontan etwas zu ihrer eigentlichen Planung hinzu, mal braucht jemand ein Arbeitszeugnis oder ein Vertrag muss neu aufgesetzt werden. Daneben kümmert sie sich um Mitarbeiterbefragungen, ausscheidende Mitarbeiter oder koordiniert Termine für Fortbildungen. „Ich bin für unsere Mitarbeiter als Dienstleisterin da. Und am Ende des Tages hat man was anderes geschafft als geplant. Aber man hat etwas geschafft.“

Viele Wege führen in das Personalwesen

Der Weg in den Beruf kann dabei so unterschiedlich aussehen, wie die Aufgaben, die Personalexpertinnen und -experten später übernehmen. Das Personalwesen umfasst etwa Berufsbilder wie Personaler, HR-Managerin, HR Business Partner oder Lohnsachbearbeiterin.

Einer von vielen Wegen in die Personalabteilung führt über die duale Berufsausbildung. Die dreijährige Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau beispielsweise bereitet laut Agentur für Arbeit nicht nur auf den Einsatz in Personalabteilungen von Unternehmen vor, sondern auch in Personaldienstleistungsunternehmen. Diese sind Teil der Zeitarbeitsbranche und suchen im Auftrag von Unternehmen passende Kandidaten und Kandidatinnen für offene Stellen.

Was verdienen Beschäftigte im Personalwesen?

Wer den Weg über eine duale Ausbildung geht, bekommt währenddessen eine Vergütung bezahlt. Die Bundesagentur für Arbeit verweist hierfür auf eine Empfehlung des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister (BAP), nach der die monatliche Bruttovergütung für Azubis im ersten Lehrjahr etwa zwischen 800 und 880 Euro liegen sollte. Im dritten Lehrjahr sind es zwischen 955 und 1030 Euro.

Laut einer Erhebung des Jobportals Stepstone lag der durchschnittliche Verdienst im Personalwesen mit einer beruflichen Ausbildung 2021 bei 49.915 Euro, mit einem Studienabschluss waren es 63.450 Euro brutto jährlich. Beim Gehalt spielen auch die Region, die Aufgabenbereiche und die Berufserfahrung eine entscheidende Rolle.

Es geht nicht nur um Bewerbungsverfahren

„Mein Umfeld denkt oft, bei Personalarbeit geht es nur um Bewerbungen und Einstellungen, aber das muss nicht sein“, sagt Trainee Meike Hessling, die viel mehr für Personalentwicklung als Personalgewinnung brennt.

Christoph Becker beschäftigt hingegen insbesondere das Recruiting. Gemeinsam mit seiner Frau Anne-Cathrin Becker hat er Fyltura gegründet. Das HR-Start-up aus Markkleeberg bei Leipzig bietet Persönlichkeitstests an, mit denen Unternehmen passende Bewerber und Bewerberinnen für eine Stelle finden sollen.

„Uns geht es keineswegs darum, Eigenarten auszusortieren, sondern für die Anforderungen einer Stelle die passendste Person zu finden“, sagt Christoph Becker. Jemand im Vertrieb muss kontaktfreudiger sein als ein Programmierer, eine Produktentwicklerin muss kreativer sein als jemand in der Sachbearbeitung.

Der verstärkte Einsatz von Tests und Technik soll bei Entscheidungsprozessen helfen und die Personalauswahl zunehmend unvoreingenommen sowie diskriminierungsfrei und fair machen. Angst, dass deswegen Personalerinnen und Personaler überflüssig werden, braucht man angesichts der Vielfalt ihrer Aufgaben nicht zu haben, das zeigt etwa der Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. dpa

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