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Wenn das Hirn Alarm schlägt

Serie "MainCoaching": Woher kommt die Aufregung?

Von STEFANIE BATHE

Frankfurt a. M. - Herr S. aus W. fragt: "Trotz guter Vorbereitung werde ich bei Vorträgen immer fürchterlich aufgeregt, sobald sich der Raum mit den Zuhörern füllt. Warum ist das so? Was kann ich dagegen tun?"

Diese und ähnliche Fragen sind ein häufiges Thema im Coaching. Warum stehen wir uns manchmal selbst im Weg und blockieren uns dann? Wir wissen, dass wir etwas können und behindern uns durch unsere Aufregung. Ein anderes Beispiel: Wenn ein Kollege eine kritische Bemerkung macht, fühlen wir uns angegriffen und reagieren über. Mit Abstand betrachtet, verstehen wir unser Verhalten dann selbst nicht - aber in der Situation selbst "können wir nicht anders".

In der heutigen Folge möchte ich erklären, was bei uns im Gehirn passiert, wenn wir uns in einer Selbstblockade bewegen - in der nächsten Folge nenne ich dann Möglichkeiten zur Auflösung.

Eine Anmerkung vorab an alle Hirnforscher und Kollegen: Bitte sehen Sie mir nach, dass es sich bei den nachfolgenden Zeilen nur um eine kurze und frühstückstisch-taugliche Erläuterung der ablaufenden Prozesse handelt. Für Interessierte gleich ein Hinweis: Mehr zum Thema finden Sie in "Endlich frei von Stress - Innere Blockaden lösen mit ROMPC®" von Thomas Weil (Ariston Verlag).

Über die Sinnesorgane erreichen alle eingehenden Informationen unser Gehirn. An der Pforte des limbischen Systems, dem Ort der emotionalen Intelligenz, steht der Thalamus. Er filtert Wichtiges von Unwichtigem. Dabei werden alle eingehenden Informationen zu einer Art Gesamtbild synchronisiert. Erst durch dieses Synchronisieren können die Informationen dann von einem mandelkerngroßen Organ namens Amygdala ausgewertet werden. Amygdala reagiert wie ein Feuermelder und unterscheidet nur "Freund oder Feind". Bei Gefahr wird die Ausschüttung von Stress-Hormonen angestoßen; Herzfrequenz und Atmung werden angepasst. Diese Reaktion war in der Steinzeit, als wir im Fellröckchen vor unserer Höhle hockten, sinnvoll. Bei Gefahr (= Stress) mussten wir unmittelbar mit Flucht, Angriff oder Tot-Stellen reagieren.

Die Prozesse werden vom limbischen System so schnell ausgelöst, dass unser "denkendes" Hirn (Neo-Kortex) nur schwer nachkommt, die Situation (Präsentation, Kritik des Kollegen) kognitiv zu bewerten und angemessene Maßnahmen einzuleiten. Amygdala sorgt im Alarmzustand also dafür, dass wir stresserfüllt in innerer Anspannung bleiben. Und jetzt kommt die Krux: Dies passiert unabhängig davon, ob die Gefahr realistisch oder unrealistisch ist. Anders als unser Neo-Kortex kann Amygdala nicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart unterscheiden. Der sich füllende Raum, ein Reizwort und ähnliches genügen: Amygdala schlägt Alarm. Stressmuster werden aktiviert, auch wenn sie in der aktuellen Situation nicht zielführend sind.

Nach Amygdala gelangt der Datenstrom zum Hippocampus. Dieser ist unter anderem dafür verantwortlich, das Datenmaterial in unserem Langzeitgedächtnis abzulegen und uns Informationen, die wir brauchen, jederzeit wieder zugänglich zu machen. Zu großer Stress beeinträchtigt die Funktion des Hippocampus nachhaltig: Wir sind blockiert. Neurobiologisch kann man diese Blockade als ein Datentransport-Problem zwischen Amygadala und Hippocampus beschreiben. Wie Sie diese Blockaden lösen können, erfahren Sie in der nächsten MainCoaching-Folge.

Viele Grüße und einen guten Start ins Neue Jahr wünscht MainCoach - Stefanie Bathe

Haben Sie Fragen rund um das Thema Coaching? Mailen Sie mir Ihr persönlichesAnliegen: FR-karriere@maincoach.deAlle Anfragen werden vertraulich behandelt.

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