1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Karriere

Wenig Frauen an der Spitze

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Studie unter Führungskräften: Männer haben immer noch eine "Torhüter-Mentalität"

Von BARBARA SCHNEIDER

Hamburg - Trotz gestiegenen Ausbildungsniveaus und stärkerer Karriereorientierung von Frauen sind Männer im Management weitgehend unter sich geblieben. Dabei fällt der Frauenanteil unter den Führungskräften umso geringer aus, desto größer das Unternehmen und desto höher die Führungsebene ist. Positiv formuliert steht Frauen noch ein enormes Stellenpotenzial zur Verfügung, nämlich zwischen 85 und 97 Prozent der mittleren und oberen Führungspositionen. Ein Schlüsselproblem ist nach wie vor die Vereinbarkeit von Kind und Karriere, bedingt auch durch die objektiv bestehenden gesellschaftlichen Bedingungen, die es Frauen erschweren, Kinderbetreuung und Karriere unter einen Hut zu bringen.

Qualifikation ist nicht genug

Aber auch wenn Frauen sich eindeutig für Beruf und gegen Kinder entscheiden, kommen sie an den von Männern geprägten und Männer fördernden und befördernden Strukturen und Netzwerken selten vorbei. Nicht nur die befragten Managerinnen, auch die befragten Manager bestätigen die Torhüter-Funktion der Männer, die vor allem in Großunternehmen als zentrale Karrierebarriere für Frauen zu wirken scheint. Frauen haben in den vergangenen Jahren das fachliche Fundament gelegt und damit allerbeste Voraussetzungen. Diese Qualifizierungsoffensive der Frauen hat aber auch den Wettbewerb zwischen Männern und Frauen erhöht. Auf dieses neue Phänomen scheinen Männer mit verschärftem Revierverhalten zu reagieren. Zumal im Zuge flacherer Führungsstrukturen die Zahl der Top-Positionen in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen hat.

Die nachrückenden hoch qualifizierten Frauen wären daher schlecht beraten, wenn sie allein auf ihre Qualifikation vertrauten. Die ist wichtig für den Einstieg, der weitere Aufstieg hängt ganz wesentlich von den Faktoren Image und Bekanntheitsgrad ab, also von strategischem Selbstmarketing und wie jemand im Unternehmen vernetzt ist. Die Untersuchung macht deutlich, dass vor allem Frauen sich und ihren Kolleginnen die notwendige Selbstvermarktungskompetenz sowie das Interesse an mikropolitischen Verhaltensweisen ganz oder teilweise absprechen.

Einig sind sich die Befragten bei der Beurteilung der Führungskompetenz von Frauen: 78 Prozent der Managerinnen und 77 Prozent der Manager meinen, dass der geringe Anteil von Frauen im Management nicht am Führungsstil der Frauen liegt.

Auch interessant

Kommentare