Weiterbildung fördern lassen: Buchen erst nach Antrag

Berufliche Weiterbildungen werden vom Staat nur dann gefördert, wenn sie noch nicht gebucht worden sind. Berufstätige sollten sich vorher am besten beraten lassen.

Berlin. Berufliche Weiterbildungen werden vom Staat nur dann gefördert, wenn sie noch nicht gebucht worden sind. Berufstätige sollten sich vorher am besten beraten lassen.

"Viele belegen einen Kurs und versuchen danach, Unterstützung dafür zu kriegen", sagt Nina Gerstenberg von der Stiftung Warentest in Berlin. Das sei dann aber nicht mehr möglich, erläutert sie anlässlich des Deutschen Weiterbildungstages am Freitag (24. September). Berufstätige sollten sich immer gründlich beraten lassen, bevor sie sich für eine Fortbildung entscheiden.

Beratungen bieten unter anderem Industrie- und Handelskammern, Volkshochschulen und Arbeitsagenturen an. "In unseren Tests haben die Beratungen der Arbeitsagentur oft ziemlich schlecht abgeschnitten", gab Gerstenberg zu bedenken. Besser berieten zum Beispiel kommunale Einrichtungen wie Frauenberatungsstellen. Eine Beratung ist auch deshalb sinnvoll, weil in den vergangenen Jahren viele neue Fördermöglichkeiten entstanden sind. Hier drei Beispiele:

Für Arbeitnehmer mit einem Jahresbruttoeinkommen von weniger als 25 600 Euro übernimmt der Staat mit dem sogenannten Prämiengutschein die Hälfte der Weiterbildungskosten. Maximal werden 500 Euro erstattet. "Die Prämiengutscheine sind ein echter Renner", sagte Nina Gerstenberg. 2010 seien schon 40 000 Gutscheine vergeben worden. Eine vorherige Beratung ist bei der Bildungsprämie Pflicht.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bietet der Staat Stipendien für junge Leuten mit abgeschlossener Ausbildung an, die noch keinen Studienabschluss haben. Die Stipendien bekommt aber nicht jeder: Voraussetzung sind herausragende Leistungen in der Ausbildung. Je nach Stipendium erhalten Studenten bis zu 730 Euro Unterstützung pro Monat.

Sogenannte Bildungs- oder Qualifizierungsschecks gibt es mittlerweile in Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Oft lassen sich diese Zuschüsse mit anderen Förderungen kombinieren. Die Programme funktionieren ähnlich wie die Bildungsprämie und richten sich oft an Angestellte kleinerer Firmen oder ältere Arbeitnehmer.

## Service - Kostenlose Hotline zur Bildungsprämie: +49 800 2623000 (dpa/tmn)

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