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Viele Heilpraktiker beherrschen auch Akupunktur
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Viele Heilpraktiker beherrschen auch Akupunktur

Heilpraktiker

Weiterbilden zum Wohl der Patienten

Heilpraktiker sind zur ständigen fachlichen Fortbildung verpflichtet. Da es eine Fülle von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt, soll ein Zertifikat die Qualität sichern.

Von Jöran Harders

Nach drei Jahren Ausbildung und insgesamt 1030 Unterrichtsstunden hat Elisabeth Schwenkenbecher ein Diplom bekommen, das ihr bescheinigt, dass sie die Behandlungsverfahren der traditionellen chinesischen Medizin beherrscht. Doch der erfolgreiche Abschluss am Aus- und Weiterbildungszentrum für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin in Offenbach bedeutet für die Heilpraktikerin nicht das Ende des Lernens. „Die chinesische Medizin ist eine jahrtausendealte Kunst, mit der man sich ein Leben lang beschäftigen kann“, sagt Schwenkenbecher.

Immer wieder vertieft sie daher das während der Ausbildung Gelernte und eignet sich nicht nur ständig neues Wissen über die Behandlung von Krankheiten an, sondern beschäftigt sich auch intensiv mit der dahinterstehenden Philosophie. „Wer die chinesische Medizin verstehen will, muss auch das chinesische Denken verstehen“, betont die Heilpraktikerin, die eine Praxis im Frankfurter Nordend betreibt.

Dass fachliche Fortbildung für Heilpraktiker unabhängig von ihrem Spezialgebiet enorm wichtig ist, bestätigt Monika Kral vom Bund Deutscher Heilpraktiker (BDH). Doch da die Heilpraktikerausbildung staatlich nicht geregelt ist, gibt es eine unüberschaubare Fülle an Aus- und Weiterbildungsangeboten der verschiedensten Schulen und Akademien. Der BDH hat daher bereits vor zehn Jahren ein Punktesystem für Seminare und andere Bildungsmaßnahmen eingeführt, das einerseits die Qualität der zertifizierten Maßnahmen garantieren soll und andererseits den Heilpraktikern als Nachweis für ihre Weiterbildung dient.

Ständige Fortbildung

Heilpraktiker, die regelmäßig Kongresse und Fachtagungen besuchen, sich mit Hilfe interaktiver Fortbildungen im Internet schulen oder Fachliteratur für ihre Weiterbildung nutzen, können beim BDH ein Fortbildungszertifikat beantragen, das ihr kontinuierliches Lernen dokumentiert. „Das Ziel ist die Qualitätssicherung“, erklärt Monika Kral.

Mit dem Fortbildungszertifkat für Heilpraktiker können diese einerseits belegen, dass sie ihrer Verpflichtung zur ständigen Fortbildung, die die Berufsordnung vorschreibt, nachgekommen sind. Viel wichtiger ist aber laut BDH, dass das Zertifikat einen hohen Standard der Ausbildung sichere. So leiste es einen Beitrag zur Akzeptanz des Berufsstandes in der Öffentlichkeit. Denn wie alle anderen freien Berufe müssten sich Heilpraktiker am Markt behaupten und die hohen Ansprüche der Patienten erfüllen.

Das Fortbildungszertifkat für Heilpraktiker basiert im Wesentlichen auf dem System der zertifizierten Fortbildung für Ärzte, die inzwischen auch von fast allen anderen Gesundheitsberufen adaptiert worden ist.

Das Fortbildungszertifikat bescheinigt den Heilpraktikern, dass sie innerhalb von drei Jahren mindestens 120 Fortbildungsstunden à 45 Minuten nachweisen können. Doch tatsächlich erfordere der Beruf einen noch höheren Zeitaufwand für die fachliche Weiterbildung, sagt Elisabeth Schwenkenbecher. Obligatorisch sei nicht nur die Bereitschaft, auf dem eigenen Fachgebiet ständig dazuzulernen. Auch das medizinische Allgemeinwissen müsse auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Für die Ausübung der Traditionellen Chinesischen Medizin sei es darüber hinaus erforderlich, sich von gewohnten Denkmustern zu lösen. „Vieles, was den Patienten hilft, lässt sich mit unserer westlichen Wissenschaft nicht erklären. Die Traditionelle Chinesische Medizin fragt nicht so sehr nach einzelnen Symptomen und ihren Ursachen, sondern hat eher das große Ganze im Blick“, stellt Schwenkenbecher fest.

Ihre Berufswahl hat die Heilpraktikerin übrigens getroffen, nachdem sie sich einer Shiatsu-Behandlung unterzogen hatte. „Ich war von der Technik und der Wirksamkeit so begeistert, dass ich das selbst lernen wollte.“

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