Weiter bilden statt den Job verlieren

Arbeitsagentur startet ein Qualifizierungsprojekt für Mitarbeiter mittelständischer Unternehmen

Frankfurt a.M. - Schneller, besser, weiter - der zunehmende Wettbewerb in Deutschland setzt viele Unternehmen unter Druck, qualitativ noch höherwertigere Dienstleistungen oder Produkte anzubieten. Effizienz ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Um im Rennen mit anderen Firmen nicht den Anschluss zu verlieren, muss auf vieles geachtet werden. Besonders wichtig ist, Mitarbeiter kontinuierlich auf dem neuesten Wissensstand zu halten. Doch oft fehlen in kleineren Betrieben die finanziellen Mittel zur internen Fortbildung. Wer es dann nicht schafft, aus eigenen Möglichkeiten das notwendige Wissen zu erlangen oder beispielsweise die Sprachkompetenz zu verbessern, dem droht häufig der Verlust des Arbeitsplatzes. Gering qualifizierte oder ältere Arbeitnehmer über 50 sind meist die ersten, die gehen müssen. Dabei sind ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt oftmals sehr gering - häufig ist Langzeitarbeitslosigkeit die Folge.

Um diesem Problem zu begegnen, hat die Bundesagentur für Arbeit das Programm Wegebau (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen) entwickelt. Ihre Partner sind der Bildungsträger maxQ, das Berufsfortbildungswerk (bfw), das CGIL-Bildungswerk und das Bildungszentrum der Hessischen Wirtschaft in Frankfurt.

Ziel ist "Entlassungen durch passgenaue Qualifikationen vorzubeugen", so Bildungsstättenleiter Karl van Engelen von maxQ. "In erster Linie richtet sich das Programm an kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten." Vertretene Branchen sind Metall-, Elektro- und Chemische Industrie, das Gesundheitswesen und der Dienstleistungsbereich Pflege und Service.

Wegebau ermöglicht eine Bezuschussung für berufliche Weiterbildung von älteren oder gering qualifizierten Mitarbeitern durch die Agentur für Arbeit. Ist der Arbeitnehmer in der Weiterbildung, erhält der Betrieb einen Zuschuss zu Arbeitsentgelt und Sozialversicherungsbeiträgen. Bei Bedarf vermittelt die Arbeitsagentur auch eine Vertretung für den Zeitraum der Weiterbildung.

Das Qualifikationsangebot von Wegebau ist vielfältig: Kommunikationstrainings, Kurse zur Arbeitsplatzorganisation, EDV-Kurse, fachspezifische Sprachkurse und -trainings werden angeboten, ebenso der Gabelstaplerschein und das Erlernen spezieller Pflegetechniken.

Passgenaue Kurse

Kosten für die Weiterbildung entstehen dabei weder den Betrieben noch den Arbeitnehmern. Karl van Engelen betont: "Wir bieten den Betrieben natürlich auch individuelle Fortbildungen an, die auf den akuten Bedarf und die Voraussetzungen am Arbeitsplatz abgestimmt sind."

Und so sieht der Ablauf aus: Bei Interesse eines Unternehmens eruieren Beauftragte der beteiligten Bildungsträger mit Firmenvertretern den Qualifizierungsbedarf.

Darauf folgt ein Kurzprofiling durch Mitarbeiter des Berufsfortbildungswerks. Dabei werden sowohl der Bildungsstand der Beschäftigten als auch die Ziele und der Bedarf des Unternehmens ermittelt. "In dieser Phase von Wegebau werden natürlich auch die persönlichen Eigenschaften der Beschäftigten, die so genannten Soft Skills, abgefragt und gegebenenfalls später gefördert", so van Engelen. Nach dem Profiling entwickeln die jeweils involvierten Bildungsträger in enger Abstimmung mit dem Unternehmen die passenden Qualifizierungen und dann geht die Weiterbildung los. text: bfw

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