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Was das Geschäftskonzept Franchise bedeutet

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Franchisenehmer Alan Hughes
Als Franchisenehmer muss er sich ordentlich ins Zeug legen: Alan Hughes hat sich für eine Partnerschaft mit dem Solarunternehmen Enerix entschieden. © Thomas Frey/dpa-tmn

Ob Autovermietung, Fitnessstudio oder Baumarkt: Franchise-Modelle gibt es in vielen Branchen. Die Selbstständigkeit klingt oft erstmal verlockend. Aber worauf lasen sich Gründer da genau ein?

Berlin - Aus einer gut bezahlten und sicheren Festanstellung in die Selbstständigkeit: Alan Hughes hat den Schritt gewagt. Wobei er nicht als Einzelunternehmer durchstartete. Vielmehr nutzt er seit seiner Existenzgründung ein etabliertes Geschäftskonzept.

Hughes ist Franchisepartner von Enerix, hat einen eigenen Photovoltaikbetrieb in Betzdorf im Westerwald und beschäftigt inzwischen fast 60 Mitarbeiter. „Bereut habe ich meinen beruflichen Wechsel nie, im Gegenteil“, sagt Hughes.

Franchise als Vertriebssystem

Stichwort Franchise: Hierbei ist von einem Vertriebssystem zwischen einem bestehenden Unternehmen, dem Franchisegeber, und in der Regel mehreren Unternehmensgründern, den Franchisenehmenden, die Rede. Der Franchisegeber erlaubt seinen Kooperationspartnern per Vertrag, gegen Gebühr sein entwickeltes Geschäftsmodell für eine festgelegte Zeit zu nutzen. Franchisenehmende haben damit das Recht, Waren des Franchisegebers zu verkaufen oder Dienstleistungen zu vertreiben.

„Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten“, sagt Jan Schmelzle vom Deutschen Franchiseverband in Berlin. Der Franchisenehmer profitiere vom Know-how des Franchisegebers, vermeide Gründungsfehler und minimiere das Risiko, mit der eigenen Existenzgründung zu scheitern.

Franchise: Für fünf bis zehn Jahre verpflichtet

Der Franchisegeber wiederum kann auf eigenständige Unternehmer bauen, die vor Ort das Geschäft managen. Franchisenehmende verpflichten sich gegenüber dem Franchisegeber zumeist zwischen fünf und zehn Jahren. „Oftmals geht ein Vertrag danach in die Verlängerung“, so Schmelzle.

Was Alan Hughes begeisterte: „Ich konnte nach der Existenzgründung sofort mit einem bewährten Konzept loslegen und musste mir nicht erst mühselig eine vernünftige Marketing-Strategie erarbeiten oder eine ansprechende Website in Auftrag geben.“

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Alan Hughes ist Franchisepartner von Enerix, hat einen eigenen Photovoltaikbetrieb in Betzdorf und beschäftigt fast 60 Mitarbeiter. © Thomas Frey/dpa-tmn

All das wird nämlich vom Franchisegeber vorgegeben. Und das kann viel wert sein. „Gerade eine digitale Infrastruktur oder auch ein professionelles Marketing können für einen Einzelunternehmer derart ins Geld gehen, dass sie daran scheitern können“, sagt Jan Schmelzle.

Wer in ein erfolgreiches Franchisesystem einsteigt, hat auch bei Banken oftmals gute Karten, einen Kredit für das mitzubringende Eigenkapital zu bekommen. „Eine bekannte und bewährte Marke und ein schlüssiges Konzept überzeugt in aller Regel Geldinstitute, ein Darlehen zu gewähren“, so Schmelzle.

Nur mit Handbuch und Referenzen

Bevor Franchisenehmer durchstarten sollten sie das franchisegebende Unternehmen auf Herz und Nieren abklopfen. Passen die wirtschaftlichen Rahmendaten, die Interessen und die Zielsetzung zueinander?

Wie das Bundeswirtschaftsministerium in einer Broschüre empfiehlt, ist es hilfreich, vorab zu reflektieren, welches Wissen man bereits mitbringt und ob man bei fehlender Erfahrung vom Franchisegeber ausreichend unterstützt wird.

Wichtig sei, sich vor Vertragsabschluss vom Franchisegeber Referenzen einzuholen und mit mehreren Franchisenehmern über deren Erfahrungen zu sprechen.

„Wir Enerix-Franchisenehmer untereinander stehen uns mit Rat und Tat zur Seite, wenn es mal irgendwo hakt“, sagt Hughes. Dass alle unter einer Marke arbeiten, bedeutet aber auch: Wenn der Ruf durch einen beschädigt wird, betrifft dies alle Franchisenehmenden des Unternehmens.

Hohe Leistungsbereitschaft: 60 Stunden pro Woche

Was angehenden Franchisenehmern bewusst sein sollte: „Ohne eine enorm hohe Leistungsbereitschaft geht es nicht“, sagt Jan Schmelze. So sieht es auch Alan Hughes. „Man muss ordentlich Gas geben.“ Wer auf eine geregelte 40-Stunden-Arbeitswoche setzt, ist fehl am Platz. Eher sind es 60 Stunden in der Woche.

Alan Hughes
Wer wie Alan Hughes den Sprung als Franchisenehmer wagen will, sollte vorab eine eingehende Marktanalyse durchführen. © Thomas Frey/dpa-tmn

Franchisenehmende sind außerdem immer Teil eines Systems und müssen regelmäßig Gebühren an das franchisegebende Unternehmen entrichten. Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums zufolge liegen die Einstiegsgebühren liegen je nach Konzept meist zwischen 5000 und 25. 000 Euro. Die laufenden Gebühren sollten sich im Rahmen von 1 bis 15 Prozent des monatlichen Netto-Umsatzes halten. dpa

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