Warum Flugbegleiter keine kleinen Leute sind

Nur wenn es die Tätigkeit erfordert, darf der Chef Anforderungen an die Konstitution stellen

Von SIMONE BURKARD

Frankfurt a. M. - Die Frage enthält zwei Teilfragen: Wann darf der Arbeitgeber eine Stelle befristen? Darf der Arbeitgeber die Weiterbeschäftigung davon abhängig machen, dass der Arbeitnehmer abnimmt? Nach dem Teilzeitbefristungsgesetz (TzBfG) dürfen Arbeitsverhältnisse grundsätzlich auf zweierlei Art befristet werden: ohne sachlichen Grund bis zu zwei Jahren, wenn vorher kein Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer bestanden hat oder mit sachlichem Grund, zum Beispiel aufgrund eines vorübergehenden Arbeitsbedarfs oder wegen Elternzeitvertretung.

Der Arbeitgeber kann einen mit sachlichem Grund befristeten Arbeitsvertrag nach dem TzBfG nur verlängern, wenn weiterhin ein Befristungsgrund vorliegt.

Einen gesetzlichen Anspruch auf die Verlängerung des Arbeitsvertrages oder auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat der Arbeitnehmer grundsätzlich nicht. Das Gesetz verlangt aber, dass der Arbeitgeber befristet beschäftigte Arbeitnehmer über entsprechende unbefristete Arbeitsplätze informiert. Ob das befristete Arbeitsverhältnis im Fall von Herrn K. verlängert wird, hängt somit zunächst davon ab, ob sein Arbeitgeber eine weitere befristete oder unbefristete Stelle zu besetzen hat.

Entschädigung möglich

Der Arbeitgeber legt fest, welche Qualifikationen und Eigenschaften ein Mitarbeiter haben muss. Körperliche Eigenschaften wie das Gewicht dürfen nur dann maßgeblich sein, soweit die auszuübende Tätigkeit dies erfordert. So wird von Flugbegleitern und Flugbegleiterinnen eine bestimmte Körpergröße verlangt, da zu deren Aufgaben das Bedienen der Gepäckklappen im Flugzeug gehört.

Ein Bewerber, der diese Einstellungsvoraussetzung nicht erfüllt, kann folglich abgelehnt werden, ohne dass dies eine Benachteilung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) darstellt.

Der Arbeitgeber von Herrn K. kann die Verlängerung des Arbeitsvertrages, sofern er eine vakante Stelle zu besetzen hat und Herr K. alle sonstigen Einstellungsvoraussetzungen erfüllt, aber nur dann ablehnen, wenn Herr K. wegen seines Körpergewichts die vorgesehene Tätigkeit nicht ausüben kann. Ob dann eine Ablehnung unter Hinweis auf Übergewicht eine Benachteiligung darstellt, ist im Einzelfall zu prüfen. Eine Benachteiligung nach dem AGG führt allerdings nicht dazu, dass der Bewerber einen Anspruch darauf hat, eingestellt zu werden; er kann jedoch Schadenersatz und Entschädigung verlangen.

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