Überstunden in der Lehre schriftlich festhalten

Lehrlinge sollten es schriftlich festhalten, wenn sie Überstunden machen müssen. Denn die Regel sollte das nicht sein. ...

Berlin. Lehrlinge sollten es schriftlich festhalten, wenn sie Überstunden machen müssen. Denn die Regel sollte das nicht sein. "Lehrlinge sind nicht in einem Arbeitsverhältnis, sondern in einem Lernverhältnis", erklärt Benjamin Krautschat vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin.

Kommen Überstunden dennoch vor, sollten Lehrlinge sie dokumentieren, rät der DGB-Experte mit Blick auf das neue Ausbildungsjahr, das für viele Jugendliche am 1. September beginnt. Nur so lasse es sich im Streitfall nachweisen, wenn etwa das Jugendarbeitsschutzgesetz durch die Mehrarbeit verletzt wird.

In der Praxis sind Überstunden in der Lehre für viele an der Tagesordnung, wie eine DGB-Studie ergeben hat. Demnach müssen mehr als ein Drittel (40,2 Prozent) der Lehrlinge regelmäßig länger als vertraglich vereinbart schuften. Die Mehrheit der Betroffenen (70 Prozent) gab an, bis zu fünf Überstunden pro Woche zu leisten. Fast jeder Vierte (23,5 Prozent) von ihnen muss sogar bis zu zehn Stunden in der Woche länger arbeiten. Besonders betroffen sind angehende Köche sowie Restaurant- und Hotelfachleute. Insgesamt wurden für die Studie 7317 Auszubildende befragt.

"Viele Jugendliche kennen ihre Rechte gar nicht", beklagt Krautschat. Er empfiehlt Lehrlingen daher in einem ersten Schritt, sich genauer zu informieren. So dürften etwa Jugendliche unter 18 Jahren laut Jugendarbeitsschutzgesetz nicht mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten. Außerdem müssten Überstunden abgegolten werden - entweder finanziell oder durch einen Freizeitausgleich.

Liegt die Wochenarbeitszeit längere Zeit deutlich über der erlaubten Stundenanzahl, sollten Jugendliche das Gespräch mit dem Chef suchen. Alternativ bietet sich der Betriebsrat als Anlaufstelle an, sofern es einen gibt. Hilfreich sei es, einen anderen Lehrling in das Gespräch mitzunehmen, um einen Zeugen zu haben. Die nächsten Anlaufstellen nach dem Vorgesetzten sind die zuständige Kammer sowie die Gewerkschaft. (dpa/tmn)

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