Mobbing

Tagebuch als Nachweis

Mobbing-Opfer müssen Belege für die von ihnen erlittenen Schikanen sammeln. Der Bund-Verlag in Frankfurt empfiehlt das Führen eines "Mobbing-Tagebuchs" um systematische Drangsalierungen und Kränkungen nachweisen zu können.

Dem Verlag zu Folge sollten in einem solchen "Mobbing-Tagebuch" Anlass, Datum und Uhrzeit sowie die Beteiligten festgehalten werden. Noch wichtiger sei es, Dokumente aufzubewahren, die Mobbing belegen. Das können E-Mails, ungerechtfertigte Abmahnungen oder herabwürdigende Arbeitsanweisungen sein.

Um sich vor Mobbing von Kollegen zu schützen, sollten Betroffene dem Verlag zufolge den Chef einschalten. Denn die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers verlangt von ihm, Arbeitnehmer etwa vor ständigen Beleidigungen zu schützen. Nicht jeder Konflikt lasse sich aber gleich als Mobbing auslegen. Um den Chef zum Eingreifen zu bewegen, müssten Arbeitnehmer daher belegen, dass es sich um regelmäßige und gezielte Schikanen handelt.

In solchen Fällen können die Opfer den Angaben zufolge sogar Schadenersatz vom Täter verlangen. Vor Gericht kommt ihnen aber wiederum die Beweispflicht zu. Und für Betroffene sei es schwer zu beweisen, dass sie systematisch gemobbt werden. Zwar lasse sich anhand eines ärztlichen Attests belegen, dass jemand unter psychischen Problemen leidet, die mit der Arbeit zusammenhängen können. Mobbing-Opfer müssten die Richter aber davon überzeugen, dass die Schikanen von Kollegen die Gesundheitsprobleme tatsächlich ausgelöst haben. (dpa/tmn)

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