Starthilfe für Existenz-Gründer

Die Förderung für Arbeitslose, die sich selbstständig machen wollen, wurde neu geregelt

Von GREGOR G. BARENDREGT

Frankfurt a.M. - Nur wer Anspruch auf Ersatzleistungen für Arbeitsentgelt, etwa Arbeitslosengeld, hat oder in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme beschäftigt ist, kann den Gründungszuschuss erhalten. Dabei ist wichtig: Die Anträge müssen unbedingt vor Aufnahme der Existenzgründung gestellt werden. Dazu zählen auch schon Vorbereitungshandlungen, wie das Verhandeln oder der Abschluss von Verträgen.

Die angestrebte selbstständige Tätigkeit muss mindestens 15 Stunden pro Woche ausgeübt werden. Denn mit der Existenzgründung soll die Arbeitslosigkeit beendet und die Sicherung der eigenen Existenz bewerkstelligt werden.

Zuständig für die Vergabe eines Gründungszuschusses ist die Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese wird in jedem Einzelfall die individuelle Befähigung zur Ausübung der angestrebten Tätigkeit überprüfen. Hier gilt es, insbesondere die nötigen kaufmännischen Fähigkeiten nachzuweisen - oder sich in einem von der BA geförderten Existenzgründerseminar anzueignen.

Anhand eines Businessplans, der eine dreijährige Entwicklung der geplanten Existenz aufzeigen sollte, muss unabhängig von der BA eine fach- und sachgerechte Stelle die Erfolgsaussichten prognostizieren. Solche Stellen sind die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammer, Berufsverbände und Rechtsanwälte. Empfehlenswert ist, sich bei diesen Stellen auch schon Anregungen für den Businessplan zu holen. Frühzeitige Information und Beratung kann auch Fehler vermeiden, die womöglich zu einer Ablehnung des Antrags auf Gründungszuschuss führen würden.

Als Zuschusshöchstbetrag bewilligt die Arbeitagentur für einen Zeitraum von neun Monaten das zuletzt bezogene Arbeitslosengeld zuzüglich einer Pauschale in Höhe von 300 Euro, die jedoch für die soziale, langfristige Absicherung zu verwenden ist. Dies ist die so genannte Förderphase eins.

Der eigentliche Zuschuss kann nicht verlängert werden, wohl aber die 300-Euro-Pauschale (Phase zwei). Dieses Geld muss dann jedoch ausschließlich zur sozialen Absicherung, insbesondere für Krankenkasse und Arbeitslosenversicherung verwendet werden.

Auch wenn ein Scheitern der Existenzgründung keine Option sein sollte, muss man wissen, dass die Förderung auf den noch bestehenden Arbeitslosengeldanspruch angerechnet wird. Das bedeutet, dass nach Ablauf der Förderphase eins auch der Anspruch auf Arbeitslosengeld aufgebraucht sein kann. Es könnte deshalb sinnvoll sein, die neu geschaffene Möglichkeit der freiwilligen Arbeitslosenversicherung in Anspruch zu nehmen. Mehr dazu lesen Sie in 14 Tagen auf FR-Karriere.

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