Kniffelig: Der Beruf des Chemikanten lockt mit überdurchschnittlichem Gehalt. Doch wer den Beruf ergreift, auch nachts arbeiten. Denn die Maschinen in den Chemiefabriken brauchen rund um die Uhr Kontrolle.
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Kniffelig: Der Beruf des Chemikanten lockt mit überdurchschnittlichem Gehalt. Doch wer den Beruf ergreift, auch nachts arbeiten. Denn die Maschinen in den Chemiefabriken brauchen rund um die Uhr Kontrolle.

Chemiekant

Die Sorge um den Ablauf in Chemieanlagen

Jedes Jahr beginnen rund 9.000 junge Menschen eine Ausbildung in der Chemiebranche. Der häufigste Ausbildungsberuf ist dabei der Chemikant. Der Branche geht

Von Kristin Kruthaup

Jedes Jahr beginnen rund 9.000 junge Menschen eine Ausbildung in der Chemiebranche. Der häufigste Ausbildungsberuf ist dabei der Chemikant. Der Branche geht es gut: Beste  Jobaussichten und ein überdurchschnittliches Gehalt.

Chemie gehört zu vielen Herstellungen

In der Chemiefabrik, in der Wladimir Cholodkow arbeitet, stellen sie Granulat her. Granulat brauchen Hersteller für alles Mögliche - von der Gießkanne bis zum Kinderspielzeug. „Wir füllen zum Beispiel eine flüssige Substanz in einen Behälter und erhitzen ihn auf 260 Grad“, sagt er. „Danach hat man eine Kunststoffpaste. Aus der kann man dann die Granulatkügelchen machen.“

Wladimir Cholodkow, 19 Jahre alt, macht seit zweieinhalb Jahren eine Lehre bei Provadis im Industriepark Höchst in Frankfurt am Main zum Chemikanten. Die Aufgabe von Chemikanten ist es, zu überwachen, dass die Maschinen und Anlagen in Chemiefabriken reibungslos funktionieren. Er schaut etwa, ob die Flüssigkeit ordentlich in den Behälter hereinläuft, sie tatsächlich auf 260 Grad erhitzt wird und anschließend auch vollständig wieder rauskommt. „Das passiert alles automatisch“, sagt er. „In der Regel überwachen wir nur die Messinstrumente.“

Selbst Hand an die Chemieanlage legen

Während ihrer Schicht sitzen Chemikanten meist in der Messwarte, einem klimatisierten Raum in der Fabrikhalle, in dem die Messgeräte stehen. Aber wenn es irgendwo klemmt, müssen sie raus und selbst in der Fabrikhalle nachschauen - und im Fall die Maschine auch reparieren. „Man muss körperlich schon etwas vertragen können und auch einmal ein Rohr auseinander schrauben“, sagt er. Ganz ungefährlich ist es in der Fabrikhalle nicht. Als Schutzbekleidung sind eine schwer entflammbare Hose sowie ein entsprechendes Hemd vorgeschrieben. Dazu kommen Helm, Schutzbrille und Sicherheitsschuhe.

Exzellente Jobaussichten in der Chemiebranche  

 „Die Jobaussichten sind exzellent“, sagt Sebastian Kautzky vom Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC). Zu den großen Firmen in der Branche zählen Firmen wie BASF oder Evonik. Die Mehrheit der Unternehmen sind aber Mittelständler. Regional ließen sich die Chemieunternehmen oft entlang des Rheins verorten - etwa in Leverkusen und Ludwigshafen.

Kautzky sieht in dem Beruf des Chemikanten vor allem zwei Vorteile: „Es ist ein sicherer Job mit einer guten Bezahlung“, sagt er. Außerdem sei der Job vielseitig. „Chemie gibt es in 1000 Formen. Das fängt beim Öl an und dann gibt es zahlreiche Zwischenstufen. Die Chemikanten haben deshalb mit unterschiedlichsten Geräten zu tun.“

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