Sittenwidrig: Tariflohn um mehr als ein Drittel gedrückt

Mainz. Ein Lohn, der um mehr als ein Drittel unter dem üblichen Tariflohn liegt, ist grundsätzlich sittenwidrig. Das hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem Urteil entschieden.

Mainz. Ein Lohn, der um mehr als ein Drittel unter dem üblichen Tariflohn liegt, ist grundsätzlich sittenwidrig. Das hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem Urteil entschieden.

Dies gilt nach dem Richterspruch auch für Unternehmen, die nicht der Bindung des jeweiligen Branchen-Tarifvertrages unterliegen (Urteil vom 19. 5. 2008 - 5 Sa 6/08). Das Gericht gab mit seinem grundlegenden Urteil der Zahlungsklage einer Aushilfskraft im Bäckerhandwerk statt. Der Kläger machte geltend, der Arbeitgeber habe mit ihm einen Stundenlohn in Höhe von 4,50 Euro vereinbart. Für ungelernte Arbeitskräfte über 18 Jahre liege der Tariflohn im Bäckerhandwerk bei 9 Euro. Der Arbeitgeber betreibe daher Lohnwucher.

Das LAG schloss sich dem an. Die Richter ließen insbesondere den pauschalen Einwand des Unternehmens nicht gelten, wegen der wirtschaftlichen Struktur in der Region sei kein höherer Lohn möglich. Dies müsse ein Arbeitgeber schon sehr detailliert nachweisen, wenn er den Tariflohn deutlich unterschreiten wolle. (dpa)

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