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Neue Technologien, demographischer Wandel und Umweltzerstörung sorgen in den nächsten 20 Jahren dafür, dass sich auch die Berufe weltweit stark verändern werden. Roboter-Entwickler haben auf jeden Fall gute Jobchancen.

Arbeitswelt 2030

Das sind die acht Berufe der Zukunft

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Urbaner Bauer, Tele-Chirurg oder Biofilm-Installateur - das sind nur drei Beispiele von Jobs im Jahr 2030. Was steckt hinter den neuen Berufsbildern, und welche Rolle spielen Umweltzerstörung und neue Technologien in der künftigen Arbeitswelt?

Computer, Handy, Internet: Das sind nur drei Beispiele für herausragende Erfindungen, die unseren Alltag maßgeblich beeinflusst haben. Auch in Zukunft wird sich unsere Lebenweise unaufhaltsam wandeln - das gilt genauso für unsere Berufe. Eine Studie der kanadischen Stiftung für Bildungsförderung ?Canadian Scholarship Trust Foundation? verrät, welche ungewöhnlichen Jobs bereits im Jahr 2030 Realität sein könnten.

In Kooperation mit einer Gruppe von Wissenschaftlern untersucht die Stiftung Trends der Arbeitswelt, um den Nachwuchs besser auf künftige Herausforderungen vorzubereiten. Die Forschergruppe willl herausfinden, welche beruflichen Qualifikationen die globale Gesellschaft künftig erwarten könnte. Daraus ergeben sich neue Jobprofile, die den Anforderungen unserer modernen Welt gerecht werden sollen. Eines haben all diese Berufsbilder gemeinsam: Sie erfordern die Fähigkeit, altes Wissen und neue Technologien miteinander zu verbinden.

Das sind die acht spannendsten Zukunftsberufe:

1. Nostalgologe

Ein Nostalgologe ist eine Art Innendesigner. Er könnte in Zukunft wohlhabenden älteren Menschen ein Zuhause schaffen, das ihr Lieblingsjahrzehnt widerspiegelt. Zum Beispiel designt er ein Wohnzimmer aus den 50er Jahren oder ein Badezimmer aus den 70ern. Auf diese Weise schafft der Nostalgologe weniger ein Abbild der Vergangenheit, sondern bewahrt glückliche Erinnerungen bzw. ein bestimmtes Lebensgefühl seiner Kunden. Wer den Beruf ergreifen will, sollte sich der Studie zufolge mit Innenarchitektur, Geschichte und Psychologie auskennen.

2. Urbaner Bauer

Bienen auf dem Dach halten oder Obst und Gemüse in Balkon-Beeten züchten: Immer mehr Städter folgen dem Urban-Farming-Trend. Lebensmittel könnten in Zukunft nicht mehr von weit her eingeflogen oder -gefahren werden, sondern werden direkt vor Ort angebaut. Besonders Hochhäuser bieten viel Fläche für die sogenannten „vertical farms“. Für das Berufsbild werden Experten zufolge Kenntnisse in traditioneller Landwirtschaft, Treibhausanbau, Energieeffizienz - zum Beispiel die Nutzung von Solarenergie - und Architektur bzw. Ingenieurswissenschaften nötig sein.

3. Roboterberater

In Zukunft werden Roboter eine größere Rolle spielen - auch im Alltagsleben. Jeder Haushalt wird dann etwa einen Kochroboter besitzen, oder intelligente Maschinen, die putzen, Auto fahren und sich um ältere Menschen und Haustiere kümmern. Um den richtigen Assistenten für das traute Heim zu finden, konsultiert man künftig einen Roboterberater. Dieser analysiert die Bedürfnisse seiner Kunden und kennt sich mit den verschiedenen Modellen aus. Dazu bleibt er stets auf dem neusten Stand der Technik. Natürlich sollte der Experte auch klassische Verkäuferqualitäten und soziokulturelle Kenntnisse besitzen, um ggf. ausländische Kundschaft zufriedenzustellen.

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4. Abfalldesigner

Verpackungsmüll sorgt für Umweltprobleme und lässt die Recyclingkosten massiv in die Höhe steigen. Die Lösung unserer Abfallprobleme nennt sich „Upcycling“: Aus Abfällen oder nutzlosen Stoffen werden hochwertige Produkte hergestellt - alte Zahnbürsten verwandeln sich in Zahnspangen, Zeitschriften in eine gewebte Tischdecke. Wer Abfall redesignen will, muss sich vor allem mit alternativen und kreativen Produktionsprozessen auskennen. Abfalldesigner beschäftigen sich außerdem damit, wie möglichst wenig unnütze Nebenprodukte oder Müll entstehen: Ein Querschnittberuf zwischen Industriedesign, Material- und Ingenieurswissenschaften.

5. Biofilm-Installateur

In 2030 könnte es Technologien geben, die uns helfen, Abwasser und den eigenen Müll zu Hause zu recyclen - mittels sogenannter „Biofilme“. Es handelt sich um eine Zellschicht mit Mikroorganismen, die zum Beispiel auf innere Wände aufgetragen wird und für ein gutes Raumklima sorgt. Als Biofilm-Installateur entwickelt man Ideen für energieeffiziente Gebäude und berät Kunden, bevor man die neuen lebenden Zellfilme im Haus anbringt. Eine gute Berufswahl, um sich selbstständig zu machen. Grundkenntnisse in Biologie, Chemie, Klima- und Sanitärtechnik und BWL bzw. ein gutes Netzwerk mit entsprechenden Experten sind wichtig.

6. Medien-Remixer

Ob Audios, Videos, Fotos oder Texte: Ein Medien-Remixer schafft neue Verbindungen aus verschiedenen Medien. Somit entwickelt er einzigartige Produkte für Marketing-Kampagnen, Lehrmaterial, private wie öffentliche Unterhaltung und andere Auftragsarbeiten.Ein idealer Job für Menschen, die sehr kreativ, flexibel, technisch begabt, selbstmotiviert und in der Lage sind, verschiedene Projekte gleichzeitig zu bearbeiten. Eine solche Tätigkeit könnten viele Medienmacher auf freiberuflicher Basis ausüben - dazu müssen sie aber in der Lage sein, sich selbst zu vermarkten und zu networken.

7. Tele-Chirurg

Mediziner sollen in Zukunft über weite Distanzen hinweg mittels eines Roboters und einer Kamera operieren können. Klingt nach Science Fiction, ist aber gerade für dünn besidelte Regionen eine Möglichkeit, die Versorgung zu gewährleisten. Der Patient wird dann von einem kleinen medizinischen Team vorbereitet, den Rest übernehmen die sicher geführten Roboter-Hände des Arztes. Tele-Chirurgen müssen sich auf dieses Gebiet spezialisieren. Sie haben ein medizinisches Studium absolviert, können komplexe Roboter bedienen und ihre menschlichen Assistenten mit sicherer Hand und klarem Kopf per Videoschalte koordinieren.

8. Simplizitäts-Experte

Experten für Einfachheit haben eigentlich einen hoch-komplexen Job: Sie sind teils Manager, teils Mathematiker und teils Soziologe/Psychologe. Auch Grundkenntnisse in Design sind von Vorteil. Gebraucht werden sie in Unternehmen, um komplizierte tägliche Abläufe auf ein simples Mindestmaß herunterzubrechen. Ein Verständnis von Arbeitsabläufen und Fähigkeit zur Reduktion sind dabei das A und O - aus 15 Schritten im Prozessablauf werden sieben gemacht, aus zwanzig Stunden Arbeit fünf. Das bedeutet aber auch, beim Personal den Rotstift anzusetzen.

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