Sich nicht verbiegen

Yoga für Berufstätige / Übungen zum Selbstmanagement / Teil 5: Meditation zur inneren Stärkung

Von DAGMAR VÖLPEL UND ULRIKE REICHE

Carola S. hatte ein Beurteilungsgespräch mit ihrem Chef und ist unglücklich. Wieder einmal weichen das Bild, das ihr Chef von ihr zeichnet, und ihre eigene Wahrnehmung deutlich voneinander ab. Und sie fragt sich, woran das liegt.

Es liegt in der Natur unseres Lebens, dass wir unterschiedliche Rollen einnehmen. Wir sind Mann/Frau, Sohn/Tochter, Vater/Mutter, Kollege/Kollegin - und in jeder dieser Rollen leben wir einen anderen Teil unserer Persönlichkeit. Der Chef von Carola S. bewertet ihr Verhalten als Mitarbeiterin - sie dagegen sieht sich mehr als Kollegin oder als Frau - und schon sind die Bilder nicht mehr deckungsgleich. Wenn diese Diskrepanzen in der Wahrnehmung zu groß werden und damit die Identität insgesamt in Frage stellen, ist Aufmerksamkeit geboten. Vielleicht fordert die berufliche Aufgabe ein Verhalten, das mit dem Personenkern nicht mehr zu vereinbaren ist. Im Kundalini-Yoga wird dieser Kern "wahre Identität" genannt: SATNAM.

Ein gutes Indiz für eine solche Unvereinbarkeit ist das Gefühl, "sich verbiegen zu müssen". Oft wird in diesen Fällen über kurz oder lang eine Veränderung in der beruflichen Aufgabe fällig - auf jeden Fall ist jedoch eine Stärkung der eigenen Identität wichtig, damit sich Authentizität und Selbstausdruck wieder einstellen.

Die folgende Meditation dient der inneren Stärkung. Sie sitzen in aufgerichteter Haltung auf einem Stuhl oder im Schneidersitz auf dem Boden. Legen Sie Ihre Handflächen aneinander, der rechte Daumen ruht auf dem linken und drücken Sie die Daumen gegen das Brustbein. Diese Haltung neutralisiert die Energien in Ihrem Körper, in dem sie beide Körperhälften zusammenbringt.

Die Augen sind leicht geöffnet und die Konzentration liegt auf der Nasenspitze. Mit langem, tiefem Atem wiederholen Sie mental das Mantra SATNAM; beim Einatmen denken Sie SAT, beim Ausatmen NAM. Nach etwa zehn Minuten fühlen Sie sich ausgeglichen und spüren eine neue Kraft.

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