Rufbereitschaft verweigert: Kündigung unwirksam

Frankfurt/Main (dpa) - Verweigert ein Arbeitnehmer Rufbereitschaft am Wochenende, riskiert er nicht automatisch den Verlust seines Arbeitsplatzes. Das geht

Frankfurt/Main (dpa) - Verweigert ein Arbeitnehmer Rufbereitschaft am Wochenende, riskiert er nicht automatisch den Verlust seines Arbeitsplatzes. Das geht aus einem Urteil des hessischen Landesarbeitsgerichts in Frankfurt hervor.

Die Richter gaben in ihrer Entscheidung damit der Klage eins Computerspezialisten gegen ein Dienstleistungsunternehmen statt (Az.: 12 Sa 1606/06). Ohne entsprechende arbeitsvertragliche Vereinbarung hatte die Firma von dem mehrere hundert Kilometer entfernt wohnenden Mitarbeiter die Übernahme eines Sonntagsdienstes in Rufbereitschaft verlangt. Der Arbeitnehmer verweigerte dies mit dem Hinweis, in einem Notfall nicht rechtzeitig im Unternehmen sein zu können. Das Unternehmen sah das Verhalten des Mitarbeiters jedoch als Arbeitsverweigerung an und kündigte fristgemäß.

Laut Urteil wäre das Verhalten des Arbeitnehmers aber nur dann eine Arbeitsverweigerung, wenn er arbeits- oder tarifvertraglich zur Übernahme von Rufbereitschaften verpflichtet gewesen wäre. Allein mit dem arbeitgeberseitigen Weisungs- und Direktionsrecht aber könne eine solche Anordnung nicht gestützt werden, argumentierte das Gericht. Es bestätigte damit das Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt.

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