Vom richtigen Umgang mit Chefs

Wie mache ich auf mich aufmerksam, wie reagiere ich auf Kritik oder Druck von oben? Einige Tipps

Von VOM ARMIN MARKS

Frankfurt a. M. - Im Verhältnis des Arbeitnehmers zu seinem Vorgesetzten geht es immer auch darum, sich gut zu verkaufen. Es genügt nicht, gut zu sein - der Chef oder die Chefin muss es auch wissen! Das ist viel leichter als Sie denken. Halten Sie regelmäßigen Kontakt. Er oder sie soll Bescheid wissen, was Sie tun, wie Sie denken, welche Meinung und Einstellung Sie zu Aufgaben, Vorgängen und Situationen haben, was Sie planen, welche Fortschritte Sie machen, welche Ideen Sie zu Lösungen von Problemen oder zur Verbesserung von Arbeitsabläufen haben.

Nutzen Sie günstige Gelegenheiten, Infos über Ihr aktuelles Projekt weiter zu geben. Dabei hilft der Einstieg: "Übrigens, was Sie interessieren wird …" oder berichten Sie kurz über Ihre Erfolge: "Wir hatten ja das Problem mit dem Kunden X. Das ist übrigens inzwischen zu seiner Zufriedenheit gelöst und er hat sich sogar bedankt."

Halten Sie Vereinbarungen, Zusagen und Termine unbedingt ein. Wenn Ihnen das nicht möglich ist, informieren Sie Chef oder Chefin so früh wie möglich und schlagen Sie gleich einen neuen Termin vor. Verkneifen Sie sich dabei unbedingt die Formulierung: "Ich schaffe das nicht."

Gehen Sie nie mit der Schilderung einer Schwierigkeit oder eines Problems zu ihm, ohne nicht mindestens eine Idee zur Lösung in petto zu haben. Schildern Sie die Situation, in der das von Ihnen erkannte Problem auftritt und die daraus entstehenden Folgen für den Chef, die Abteilung und das Unternehmen in Kosten, Zeit, Arbeitsaufwand. Dann erklären Sie Ihren Lösungsvorschlag und seinen Nutzen.

Fragen ohne Scheu

Wenn Sie eine Aufgabe bekommen, die Sie für zu schwierig halten, dann reagieren Sie auf keinen Fall mit "Nein" oder "Das kann ich nicht". Bitten Sie ihn um Tipps aus seiner Erfahrung, und vereinbaren Sie mit ihm Zwischengespräche, bei denen er Ihnen Feedback zu Ihrer Vorgehensweise und zum Fortschritt geben kann.

Kennen Sie solche Aufträge: "Machen Sie sich mal Gedanken drüber."? Wenn Sie mit dem Ergebnis kommen, ist die Reaktion: "So hatte ich mir das nicht vorgestellt." Holen Sie sich deshalb einen klaren Auftrag. Stellen Sie die folgenden Fragen: Was genau soll bis wann für wen mit welchem Ziel in welcher Form mit welchem Aufwand erledigt werden? Holen Sie sich stets Feedback zu Ihrer Arbeit. Fragen Sie ohne Scheu: "Wie waren Sie zufrieden mit ...?" oder: "War die Lösung/Vorgehensweise in Ihrem Sinn?" oder: "Wie hat Ihnen das Konzept gefallen?".

Sie fürchten die Kritik vom Chef, wenn Sie Fehler machen? Versuchen Sie es doch einmal mit folgender Formulierung: "Danke für den Hinweis, ich werde es korrigieren." Auf keinen Fall sollten Sie sich rechtfertigen mit Erklärungen über das Entstehen des Fehlers. Damit liefern Sie Ihrem Chef nur Stoff für weitere Argumente und Vorwürfe.

Wenn Ihr Chef ständig Druck macht, fragen Sie konkret: "Bis wann spätestens muss dieser Vorgang/Fall erledigt sein?"

Bei Vorwürfen hüten Sie sich davor, sich zu rechtfertigen. Hinterfragen Sie erst einmal: Wie meinen Sie das? Was genau ist der Hintergrund Ihres Vorwurfs? Was wollen Sie damit sagen?

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