Philosophen: Selbsttäuschung kann motivieren

Selbsttäuschung ist manchmal vernünftiger als die nackte Wahrheit. Denn sie hilft bei der Motivation. Diese These vertreten die Philosophen Albert Newen und Christoph Michel von der Ruhr-Universität Bochum.

Bochum. Selbsttäuschung ist manchmal vernünftiger als die nackte Wahrheit. Denn sie hilft bei der Motivation. Diese These vertreten die Philosophen Albert Newen und Christoph Michel von der Ruhr-Universität Bochum.

Selbsttäuschung könne helfen, so gut zu werden, wie man selbst meint zu sein, schreiben Newen und Michel. Die beiden Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse in der internationalen Fachzeitschrift "Consciousness and Cognition" veröffentlicht, wie die Universität mitteilte. Wenn sich ein Schüler beispielsweise für mathematisch begabt hält, könne ihn das motivieren, intensiv für die nächste Prüfung zu lernen. Wenn ihm seine Lehrerin allerdings erklärt, dass sein Talent für mehr als ein "ausreichend" nicht ausreicht, könne sich diese Motivation wieder in Luft auflösen. "Selbsttäuschung ist ein wesentlicher Faktor zur Stabilisierung der Motivation", erklärt Newen.

Schädlich sei Selbsttäuschung allerdings dann, wenn sie zu Wirklichkeitsverzerrung führt - wenn beispielsweise die Eltern des Schülers die schlechten Mathe-Noten mit der Pubertät entschuldigen und dabei ignorieren, dass der Schüler die Schule schwänzt. Dann nähmen die Eltern offensichtliche Fakten nicht wahr. Dies helfe natürlich nicht. (dpa)

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