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Peter- und Paula-Prinzip: Unfähige Chefs und Frauen bleiben unter ihren Möglichkeiten

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Von: Juliane Reyle

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„Peter“ und „Paula“ verhalten sich in ihrem Job unterschiedlich. Paulas bleiben oft unter ihren Möglichkeiten. (Symbolbild) © Christin Klose/dpa-tmn

Karrieretechnisch aufsteigen – diesen Wunsch haben viele Menschen im Beruf. Nicht selten wird fleißig gearbeitet, während der Chef scheinbar untüchtig ist. Wie kann das sein?

Einige kennt Sie, die Chefs, bei denen sich im oft gefragt wird: „Wie hat der es bloß an diese Stelle geschafft?“ Meist mangelt es den Vorgesetzten sogar an essenziellen Fähigkeiten, die für ihren Job wichtig wären. Dem Projektmanager zum Beispiel an Organisationsgeschick. Hinter solchen Feststellungen steckt oft nicht einmal Neid, sondern sie entsprechen der Wahrheit: Forscher haben festgestellt, dass in stark hierarchisch geprägten Unternehmen Posten tatsächlich oft von unqualifizierten Personen besetzt sind. Das Phänomen hat auch einen Namen: Das Peter-Prinzip wurde von Laurence J. Peter bereits im 20. Jahrhundert erkannt.

Annahme: Vorgesetzte sind inkompetent, während angestellte Mitarbeiter tüchtig arbeiten

Doch nicht nur Peter ist zu Unrecht in seinem Posten. Neben dem Peter-Prinzip existiert auch noch das Paula-Prinzip. Das Peter-Prinzip basiert auf der Beobachtung, dass in jeder Hierarchie Menschen so lange befördert werden, bis sie auf einem Posten sind, auf dem sie nicht mehr kompetent und überfordert sind. Das Paula-Prinzip hingegen entspricht dem Gegenteil: Paulas sind meist Frauen, aber auch Männer, die in ihrem Job unterqualifiziert sind – sie fangen mit ihrer guten Arbeit die Manager – also die „Peter“ auf, die mit ihren Aufgaben überfordert sind.

Kommt es auf Grund der Hierarchie zu Unstimmigkeiten, können Tipps helfen, wie Sie mit Kollegen zusammenarbeiten, die sie nicht leiden können. Beim Ansprechen von Problemen und Schwierigkeiten könnte es jedoch kritisch werden: So viel Grübelei ist im Job normal.

Wie kann das sein – Warum steigt Peter auf und Paula stagniert?

Meist werden Menschen in eine höhere Stelle befördert, wenn sie ihren Job gut machen. Doch oft ist es ein Trugschluss, dass diese Menschen auch in einem Posten als Chef noch kompetent sind. Eine Führungskraft braucht schließlich ganz andere Fähigkeiten, als ein Spezialist für ein bestimmtes Aufgabengebiet. Doch auf der Karriereleiter wieder rückwärts hinabsteigen, das macht kaum ein Angestellter in einer führenden Position. Schließlich bringt das Chef-Verhältnis nicht nur andere Aufgaben, sondern auch mehr Ansehen und Gehalt. Die Leistungen des Vorgesetzten können generell nur schwierig hinterfragt werden und so behalten inkompetente Personen an ihren Positionen.

Paula hingegen steckt in ihrer Rolle fest. Obwohl Frauen häufig schon zu Schulzeiten bessere Leistungen erbringen, als manche Männer, werden sie auch heute noch diskriminiert und weniger häufig als Führungskräfte eingestellt. Doch auch mangelndes Selbstvertrauen, Familienplanung mit klassischer Rollenverteilung, veraltete Betriebsstrukturen oder sexuelle Belästigung, können Frauen in ihrer Karriere einschränken.

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Was lässt sich gegen den Peter-Chef und die Paula-Falle tun?

Während gegen amtierende Peter-Chefs nur wenig getan werden kann, beispielsweise ein Gespräch suchen und die Probleme im Betrieb ansprechen, lässt sich mit Engagement gegen das Paula-Prinzip ankämpfen.

Selbstreflexion spielt dabei eine wichtige Rolle für alle Menschen. Nur wer seine eigenen Schwächen und Stärken kennt, der kann entsprechend handeln und um eine Beförderung kämpfen oder überlegen, ob das Angebot einer neuen Stelle wirklich geeignet ist. Auch die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben sollten stets bedacht werden. Das Ziel sollte stets ein Arbeitsverhältnis sein, in dem man sich wohlfühlt und auch auf andere Acht gibt. Falsche Selbstzweifel können der Karriere jedoch auch schaden.

Bei vielen Menschen entscheidet jedoch auch das Gehalt bei der Wahl des Arbeitsplatzes. Das sind in Deutschland die Jobs mit den höchsten Gehältern.

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