Nur ein paar Rohre verlöten reicht nicht mehr

Angehende Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bereiten sich auf einen vielseitigen Beruf vor

Frankfurt a. M. - 33614 Auszubildende erlernen derzeit den Beruf, der 2003 die Ausbildungsgänge zum Gas- und Wasserinstallateur sowie zum Heizungsbauer abgelöst hat. Längst ist es nicht mehr damit getan, ein paar Rohre zu verlöten. Moderne Elektronik, wie sie heute an jeder Steuerung einer neuen Heizungsanlage vorhanden ist, stellt hohe Anforderungen. "Der Ausbildungsplan umfasst insgesamt 240 Stunden Elektrik. Formale Voraussetzung ist deshalb mindestens ein qualifizierter Hauptschulabschluss", sagt Friedrich Göbel, beim Zentralverband Sanitär, Heizung Klima- und Gebäudetechnik (ZVSHK) für Berufsausbildung zuständig. Häufig müssen zusammen mit dem Kunden individuelle Lösungen erarbeitet werden, damit zu jeder Jahreszeit die Temperatur stimmt. Besondere Sorgfalt verlangt die Installation von Gasgeräten und Gasleitungen; bei der Versorgung mit Trinkwasser müssen hygienische Vorschriften beachtet werden.

Außer technischem Verständnis und handwerklichem Talent ist der Umgang mit Menschen gefragt: "Neben dem Gespräch mit dem Kunden kommen auch neue Aufgaben hinzu, wie etwa die Beratung zur energetischen Sanierung", so Göbel. Wichtig sind auch Kreativität und ganzheitliches Denken. Die dreieinhalbjährige Ausbildung sei deshalb insbesondere auch für weibliche Azubis interessant.

Beruf mit vielen Optionen

Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich zur Solarfachkraft sowie zum Techniker, Meister oder Diplomingenieur für Versorgungstechnik weiterzubilden. Auch die Chancen auf Übernahme eines Betriebes stehen nicht schlecht, sucht doch so mancher Meister einen Nachfolger für seine meist inhabergeführte Firma.

Wie die aktuelle Frühjahrsumfrage des Zentralverbandes ergab, blicken Deutschlands Installateure und Heizungsbauer optimistisch in die Zukunft. Die Aussichten auf gefüllte Auftragsbücher begründen die Handwerker mit den staatlich geförderten Programmen zur Wohnraummodernisierung und Heizungssanierung. "Selbst die zu Jahresbeginn 2007 drohende Mehrwertsteuererhöhung wird nach unserer Einschätzung Haus- und Wohnungsbesitzer nicht davon abhalten, in Beratungs- und Sanierungsleistungen des Handwerks weiter zu investieren. Dafür sind die Förderanreize zu attraktiv", sagt Michael von Bock und Polach, Hauptgeschäftsführer des ZVSHK.

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