Wo es noch Raum für "lange Weile" gibt

Supervision arbeitet mit Freiräumen für neue Gedanken - und hat die Professionalisierung beruflicher Arbeit zum Ziel

Frankfurt a. M. - Ein neues Führungsmodell soll eingeführt werden? Ein Projektteam hat Kommunikationsprobleme? Zwischen Teams wird die Konkurrenz zur Krise?

Eine neue Führungskraft braucht eine Rollenberatung? Zur Lösung dieser und anderer beruflicher Fragestellungen bietet sich Supervision an.

Dabei handelt es sich um eine Beratungsmethode, die zur Sicherung und Professionalisierung der Qualität beruflicher Arbeit eingesetzt wird. Dabei werden im Beratungsprozess Fragen, Problemfelder, Konflikte und Fallbeispiele aus dem beruflichen Alltag thematisiert und lösungsorientiert bearbeitet. Die individuellen Ressourcen des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin und die strukturellen und arbeitsbedingten Vorgaben der Organisation stehen im besonderen Fokus der gemeinsamen Arbeit. Wichtig dabei ist die Suche nach angemessenen und nachhaltigen Lösungen.

Um einen geschützten Denk- und Reflexionsraum zu schaffen, sind die Inhalte des Beratungsprozesses vertraulich, bis tragfähige Ergebnisse vorliegen, die reif zur Veröffentlichung sind.

Supervision fördert die Verbesserung der Kommunikationsabläufe am Arbeitsplatz und die Zusammenarbeit und Kollegialität im Team, in Projekten und zwischen verschiedenen Hierarchieebenen. Dabei wird die Perspektive ebenso auf die Organisations- und Arbeitsabläufe wie auf die individuellen oder teamspezifischen Verhaltensmuster gelegt.

Umfangreiches Vorwissen ist nötig

Um diese komplexe und vielschichtige Beratungsarbeit leisten zu können, verfügen ausgebildete Supervisoren über soziologisches, psychologisches und gruppendynamisches Wissen. Außerdem fließen in ihre Beratungsarbeit die Kenntnisse der modernen Management- und Institutionentheorien und der Kommunikationswissenschaften mit ein. Supervision hat ihr Einsatzfeld nicht nur wie früher in den Not-Profit-Organisationen, sondern etabliert sich in den vergangenen zehn Jahren verstärkt in Wirtschaftunternehmen. Allerdings hat sich dort der Begriff Coaching durchgesetzt und wird als Beratungsinstrument vorrangig den High Potentials zur Verfügung gestellt.

In der Organisations- und Personalentwicklung ist Supervision ein fester Bestandteil externer Beratung geworden. Dazu gehört die Begleitung von Veränderungsprozessen, die die Organisationsstrukturen, die Arbeitsabläufe und die Organisationskultur betreffen, sowie die Förderung und Entwicklung der Beschäftigten.

Super Gesundheitsförderung

Zudem hat Supervision in den vergangenen Jahren ihren Platz in der betrieblichen Gesundheitsförderung gefunden. Durch die Analyse und die Bearbeitung von psychischen und physischen Belastungen wird der individuelle Stress reduziert und es kommt nachweislich zu einer Minimierung des Krankenstandes, einer erhöhten Arbeitszufriedenheit und einer geringeren Mitarbeiterfluktuation.

Gerade in Zeiten des steten Wandels und der Verdichtung von Arbeitsprozessen und -strukturen bietet Supervision den Raum der "langen Weile". Hier wird die Realität virtuell nachgebildet und gedanklich neu konstruiert. So wird ein Freiraum geschaffen, der es gestattet, Handlungsalternativen zu betrachten, auf ihre Tauglichkeit hin zu überprüfen und in der Realität zu erproben.

www.supervision-bs.de

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