Kulturwandel: Männer und Frauen bewerten und schätzen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gleichermaßen hoch.
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Kulturwandel: Männer und Frauen bewerten und schätzen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gleichermaßen hoch.

Familie und Beruf

Noch ist die Metallbranche wenig familienfreundlich

DDas Ziel, den Arbeitnehmern „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zu erleichtern, führt zu einem regelrechten "Kulturwandel" in Deutschland. Wurde das Thema noch vor wenigen Jahren ausschließlich auf Frauen reduziert, wird es heute von Männern und Frauen gleichermaßen als wichtig erachtet Dennoch fühlen sich viele Betriebsräte nicht ausreichend gehört.

Nur zehn Prozent der Unternehmen in der deutschen Metallbranche haben Betriebsvereinbarungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das ergab eine bundesweite Umfrage der IG Metall unter mehr als 8.400 Betriebsräten. Bei weiteren vier Prozent werde über eine Regelung verhandelt, sagte der Zweite Vorsitzende der Metallgewerkschaft, Detlef Wetzel.
67 Prozent der Betriebsräte hätten angegeben, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in ihrem Betrieb ein „wichtiges“ oder „sehr wichtiges“ Thema sei. In 65 Prozent der Fälle sei das Thema vom Betriebsrat angestoßen worden, in 28 Prozent durch Beschäftigte und nur in sieben Prozent durch die Unternehmensleitung oder Personalabteilungen.
Häufig werde auf diesem Feld auch mangelnde Unterstützung durch die Firmenleitung beklagt, sagte Wetzel. 39 Prozent berichteten, sie erhielten bei eigenen Initiativen „weniger gute“ und 17 Prozent „gar keine“ Unterstützung. Immerhin 37 Prozent wussten von „guter“ und sieben Prozent von „sehr guter“ Unterstützung zu berichten.
Insgesamt stellt Wetzel beim Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ einen „rasanten“ Kulturwandel in Deutschland fest. Wurde es noch vor wenigen Jahren ausschließlich auf Frauen reduziert, werde es heute von Männern und Frauen gleichermaßen als wichtig erachtet.

Berufliche Perspektive und Sicherheit

Die IG Metall fordert von Politik und Wirtschaft mehr Anstrengungen, um jungen Angestellten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung seien der Ansicht, dass noch nicht genug getan werde, sagte Wetzel. „Bildung und Ausbildung werden immer noch vernachlässigt, unsichere Arbeitsverhältnisse akzeptiert oder gefördert.“ Zu viele jungen Menschen hätten keine berufliche Perspektive und damit auch keine soziale Sicherheit.

Zeit für Betreuung und Pflege
Für berufstätige Mütter und Väter geht es fast immer darum, wie die Kinderbetreuung zu organisieren ist. Auch die Pflege von Angehörigen ist manchmal ein Thema. Dass diese Fragen immer häufiger in die Betriebe verlagert werden, daraus folgert die IG Metall: "Die Politik hat ihre Hausaufgaben in Sachen Kinderbetreuungseinrichtungen und Regelungen zur Pflege nach wie vor nicht gemacht." (epd/tet)

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