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Auf dem Gelände der Universität Kassel soll Ende 2012 das neue Institut für dezentrale Energietechnologien seinen Platz finden. Das Bild zeigt die Mensa auf dem Holländischen Platz in Kassel.

Uni Kassel

Neues Institut stärkt Nordhessen

Die Universität Kassel hat gemeinsam mit vier nordhessischen Wirtschaftsunternehmen und weiteren regionalen Partnern das Institut für dezentrale Energietechnologien (IdE) gegründet. Das Institut soll die Entwicklung regenerativer Energiesysteme deutlich voranbringen.

„Das Anwenderzentrum wird das schon jetzt hervorragende Profil der Region Nordhessen im Bereich dezentraler Energien und der Energieeffizienz weiter schärfen“, sagte Wirtschaftsminister Dieter Posch bei der Vorstellung des Instituts am Donnerstag in Kassel. „Die Unternehmen der Region bekommen hier eine unmittelbare Verbindung zur Forschungs- und Entwicklungskompetenz der Wissenschaft. Dies stärkt ihre Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft.“ Als von der Wirtschaft mitgetragenes, auf die Entwicklung von Prototypen und Pilotanlagen gerichtetes Anwendungszentrum komplettiere das IdE die Innovationskompetenz Nordhessens auf dem Gebiet der erneuerbaren und dezentralen Energietechnologien sowie der Energieeffizienz. Wichtig sei auch die Verbindung zur Elektromobilität, da Nordhessen auch auf diesem Gebiet große Stärken aufzuweisen habe: „Die Entwicklung neuer Produkte und Prozesse wird das wissensbasierte Wachstum der regionalen Wirtschaft weiter beschleunigen“, sagte Posch.

Zum Aufgabenspektrum des neuen Instituts soll unter anderem die Durchführung anwendungsbezogener Entwicklungsprojekte sowie die Entwicklung und Weiterentwicklung neuer Produkte bis hin zum Bau von Prototypen gehören. Aber auch die Durchführung von Anwendungs- und Demonstrationsprojekten in der Region und die Förderung der Aus- und Weiterbildung für den wissenschaftlich-technischen Nachwuchs sind künftige Kernelemente der Arbeit am IdE.

Am Institut beteiligt sind die Universität Kassel mit 50 Prozent sowie die Unternehmen E.ON-Mitte AG, SMA Solar Technology AG, Städtische Werke Aktiengesellschaft und die Viessmann Werke GmbH & Co. KG mit jeweils 10 Prozent. Die Stadt Kassel und das Kompetenznetzwerk deENet schultern jeweils 5 Prozent. Geleitet wird das Institut von Dr. Martin Hoppe-Kilpper, dem bisherigen Geschäftsführer des deENet. Ein weiterer Geschäftsführer soll aus dem Kreis der beteiligten Unternehmen bestellt werden. Die Volkswagen AG hat sich ebenfalls für eine Beteiligung am IdE entschieden. Zudem haben weitere Großunternehmen, wie die WINGAS GmbH, aber auch namhafte mittelständische Unternehmen ihr Interesse an einer Gesellschaftsbeteiligung bekundet. Auch die Fraunhofer-Gesellschaft, die in Kassel bereits das Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) betreibt, zählt zu den Interessenten.

Für die Aufbauphase bis zum Jahr 2015 ist ein Gesamtbudget von rund 22 Millionen Euro vorgesehen. Das Hessische Wirtschaftsministerium unterstützt die Aktivitäten des Instituts in den ersten fünf Jahren mit 2,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Das IdE wird nach einer Übergangsphase seinen Sitz voraussichtlich Ende 2012 auf dem Gelände der Universität Kassel einnehmen.


Stimmen zur Neugründung

Universitätspräsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep:
„Eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Universität, Fraunhofer-Gesellschaft, bedeutenden Wirtschaftsunternehmen und dem Institut für dezentrale Energietechnologien kann für alle Beteiligten zu einem spürbaren Mehrwert führen. Ziel ist es unter anderem, der Wirtschaft Lösungen für konkrete Entwicklungsfragen anzubieten. Die Bearbeitung von Themen wird problemlösungsorientiert im Zusammenspiel der verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsinstitutionen erfolgen. Das IdE dient somit als Innovationsmotor für die gesamte Region Nordhessen.“

Bertram Hilgen, Oberbürgermeister der Stadt Kassel:
"Die Stadt Kassel freut sich, dass das IdE ein Ankermieter des geplanten Science Parks in der Nordstadt werden soll. Die 5-Prozent-Beteiligung der Stadt ist offen für eine Beteiligung aller nordhessischen Landkreise, die sich heute schon gemeinsam für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz engagieren."

Günther Cramer, Vorstandssprecher der SMA Solar Technology AG:
„Die nun erfolgte Gründung des Instituts für dezentrale Energietechnologien ist ein wirklich großer Erfolg für unsere Region. Denn wenn wir in Nordhessen im Bereich der Erneuerbaren Energien wirklich ein Forschungsstandort von nationaler und internationaler Bedeutung sein wollen, dann ist der weitere Ausbau dieses Forschungsschwerpunktes dringend erforderlich. Gleichzeitig zeigt die Gründung des IdE einmal mehr die erfolgreiche Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft in Nordhessen.“

Prof. Dr. Hans-Helmut Becker, Leiter des VW-Werks Baunatal:
„Damit das Elektroauto CO2-frei fahren kann, muss die elektrische Ladeenergie aus regenerativen Quellen kommen“, sagte der Leiter des VW-Werks Baunatal, : „Mit dem neu gegründeten Institut IdE werden wir diesem Ziel ein gutes Stück näher kommen.“




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