Nach Elternzeit: Teilzeit trotz Schulungskosten

München/Berlin. Wünscht jemand nach seiner Elternzeit eine Teilzeitstelle, sind hohe Nachschulungskosten kein Ablehnungsgrund. So entschied das Landesarbeitsgericht München (Az.: 11 Sa 981/07).

München/Berlin. Wünscht jemand nach seiner Elternzeit eine Teilzeitstelle, sind hohe Nachschulungskosten kein Ablehnungsgrund. So entschied das Landesarbeitsgericht München (Az.: 11 Sa 981/07).

Dies teilt die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) in Berlin mit. Die Klägerin war mehrere Jahre in Elternzeit. Vor der Rückkehr an den Arbeitsplatz war eine Qualifizierung erforderlich, für die der Arbeitgeber Kosten von rund 14 000 Euro veranschlagte.

Die Klägerin wünschte außerdem eine Halbierung der Arbeitszeit. Der Arbeitgeber hielt das in Anbetracht der Kosten für nicht gerechtfertigt und lehnte ab. Das Arbeitsgericht gab der Klägerin recht: Grundsätzlich habe jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Verringerung seiner Arbeitszeit, soweit diesem Wunsch nicht betriebliche Gründe entgegenstünden.

Dies könnte der Fall sein, wenn dadurch die Organisation, der Arbeitsablauf oder die Sicherheit des Betriebes wesentlich beeinträchtigt werden oder unverhältnismäßige Kosten entstehen. Die Schulungskosten beruhten aber nicht auf der Teilzeitstelle, sondern auf der langjährigen Elternzeit. Außerdem seien es einmalige Kosten, die der Arbeitgeber nicht ablehnen dürfe. (dpa/tmn)

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