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Drei von vier Arbeitnehmern gehen ans Telefon, wenn der Chef nach Feierabend anruft.
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Drei von vier Arbeitnehmern gehen ans Telefon, wenn der Chef nach Feierabend anruft.

Auch an Feiertagen

Müssen Mitarbeiter ständig erreichbar sein?

Funkstille nach Feierabend und im Urlaub? Fehlanzeige. Viele Berufstätige müssen auch außerhalb der Arbeitszeiten und sogar an Feiertagen E-Mails lesen oder Telefonanrufe beantworten. Aber dürfen Vorgesetzte das wirklich verlangen?

Drei von vier Berufstätigen (73 Prozent) sind an Weihnachten und Silvester trotz Urlaub für den Job erreichbar. Das hat eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research ergeben. Sechs von zehn (60 Prozent) sind bereit, in dieser Zeit auf geschäftliche Telefonate zu antworten, fast genauso viele erreicht der Chef theoretisch per E-Mail und SMS.

An den freien Tagen für den Job zur Verfügung zu stehen, machen jedoch nur wenige aus freien Stücken: Von denen, die erreichbar sind, sagt jeder Zweite, dass der Vorgesetzte das erwartet. Jeder Fünfte macht es allerdings, weil es ihm ein persönliches Anliegen ist.

Mancher stellt sich angesichts solcher hohen Werte nun die Frage:

Müssen Mitarbeiter an Feiertagen zum Beispiel Telefonate annehmen?

„In der Regel nein“, sagt Prof. Jobst-Hubertus Bauer, Experte für das Thema Arbeitsrecht aus Stuttgart. Erst einmal gelte der Grundsatz: Frei ist frei. Wer im Urlaub ist, den kann der Arbeitgeber nicht verpflichten, ans Telefon zu gehen.

Bei Führungskräften könne das im Einzelfall allerdings auch einmal anders aussehen. Gibt es etwa eine Krisensituation im Betrieb, könne der Chef durchaus erwarten, dass führende Mitarbeiter etwa berufliche E-Mails beantworten, erläutert Prof. Bauer. 

Angestellte sind in der Regel auch nicht dazu verpflichtet, geschäftliche E-Mails nach Dienstschluss noch zu lesen. Darauf weist die Arbeitsrechtlerin Nathalie Oberthür aus Köln hin. Machen Angestellte das trotzdem – wie in der Praxis häufig üblich – geschehe das immer freiwillig.

Regeln für Diensthandy und -Laptops

Eine Ausnahme gelte lediglich, wenn im Arbeitsvertrag ein Bereitschaftsdienst vereinbart ist. Das ist etwa bei Ärzten oder Apothekern üblich.

In diesem Fall sind Angestellte rechtlich dazu verpflichtet, E-Mails zu lesen, auch wenn sie nicht am Arbeitsplatz sind. Allerdings müsse der Arbeitgeber den Bereitschaftsdienst vergüten.

Bei Diensthandys oder dienstlichen Laptops gilt im Prinzip nichts anderes. In der Praxis stehen Mitarbeiter dann zwar häufig erst recht unter Druck, geschäftliche Mails auch nach Dienstschluss zu lesen. „Aber auch dann darf der Arbeitgeber einen E-Mail-Check nach Feierabend nicht verlangen“, erklärt Oberthür.

Allerdings dürften Arbeitnehmer ein Diensthandy oder einen dienstlichen Laptop nicht von vorneherein ablehnen, wenn es für ihre Arbeit erforderlich ist.

Es sei aber rechtlich durchaus in Ordnung, die Geräte nach Dienstschluss abzustellen. In der Praxis machten das zwar viele nicht – doch der Blick auf das Diensthandy nach Feierabend geschieht in der Regel ebenfalls freiwillig, erläutert Oberthür. (dpa/tmn)

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