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"Der Markt bietet riesige Chancen"

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Gute Aussichten für Zeitarbeit sieht Günter Spahn von Amadeus Fire

FR-Karriere: Herr Spahn, vor 20 Jahren haben Sie Ihre eigene Firma gegründet. Damals haben Sie von zu Hause gearbeitet. Was hat sich sonst noch geändert?

Spahn: Wirklich viel. Damals war ich einer der Ersten, der hier Interimsmanagement angeboten hat. Ich hatte zuvor in einem amerikanischen Konzern als Controller und Finanzdirektor gearbeitet und große Lust, selbst etwas zu machen, nicht mehr abhängig zu arbeiten.

Die größte Veränderung ist sicherlich, dass aus einem Ein-Mann-Betrieb ein erfolgreicher Konzern gewachsen ist. Beibehalten habe ich immer den Schwerpunkt, die Spezialisierung auf das Finanz- und Rechnungswesen.

Zeitarbeit hatte lange einen schlechten Ruf. Wie sieht das heute aus?

Das Image der Branche hat sich gravierend geändert und gewinnt immer mehr.

Ein wichtiger Einschnitt war vor drei Jahren die Einführung eines Tarifvertrages.

Auch die Politik bewertet Zeitarbeit jetzt positiver. Das ist gut, denn Zeitarbeit ist auch für den Arbeitnehmer eine hervorragende Möglichkeit, herauszufinden, ob er und die Firma zusammenpassen. Gleiches gilt für den Berufseinstieg. Sie schreiben keine 100 Bewerbungen, sondern wenden sich an die Zeitarbeitsfirma, und die erledigt alles für Sie.

Wenn Sie hochqualifiziert sind.

Ja, die Spezialisierung ist auch unser Schlüssel zum Erfolg.

Den Sie im Moment reichlich genießen dürfen. Ihr Neunmonmatsbericht für 2006 nennt knapp 50 Millionen Euro Umsatz, das entspricht einer Steigerung von 34,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Das ist immens.

Insgesamt gehen wir von einem Umsatz von rund 66 Millionen Euro in diesem Jahr aus, das ist dann eine Steigerung von immer noch mehr als 30 Prozent zum Vorjahr.

Wie haben Sie das angestellt?

Die Konjunktur entwickelt sich in diesem Jahr sehr positiv. Für den Zeitarbeitsbereich wird generell eine Steigerung von 20 Prozent erwartet. Unseren besonderen Erfolg führe ich auf unsere Kompetenz und die Spezialisierung zurück. Bei Massenanbietern entscheidet oft der Preis. Das ist bei uns anders. Da geht es um die Qualifizierung der Zeitarbeiter.

Welche Herausforderungen kommen auf die Branche zu?

Früher hatten wir in Deutschland die Situation, dass Menschen lebenslang in ihrem Lehrbetrieb arbeiteten. Das ist heute die Ausnahme. Selbst wenn eine Firma das wollte, ist das nicht immer möglich. Unternehmen wachsen und fusionieren, Mitarbeiter wollen eine Auszeit nehmen und sich weiterbilden. Von dieser Flexibilisierung und Mobilisierung des Arbeitsmarktes profitiert die Zeitarbeit.

In Holland und Frankreich kommen heute schon bis zu fünf Zeitarbeiter auf 100 Beschäftigte, bei uns sind es 1,5. Der Markt birgt also riesige Chancen.

Worauf setzen Sie für die Zukunft?

Neben dem Wachstum des Kerngeschäfts setzen wir insbesondere auf den Weiterbildungsbereich, um dort noch umfassender wahrgenommen zu werden. Dazu gehören beispielsweise Management-Seminare.

Interview: ms

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