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Wer beim Lesen und Schreiben mehr Zeit benötigt, kann für Prüfungen in Studium und Ausbildung einen Nachteilsausgleich beantragen.
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Wer beim Lesen und Schreiben mehr Zeit benötigt, kann für Prüfungen in Studium und Ausbildung einen Nachteilsausgleich beantragen.

Lese-Rechtschreibstörung

Legastheniker haben Anspruch auf Nachteilsausgleich – so sieht er in Ausbildung und Studium aus

  • Andrea Stettner
    VonAndrea Stettner
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Wer an Legasthenie leidet, hat Probleme beim Lesen und Schreiben. Ein Nachteilsausgleich soll bei Prüfungen in Ausbildung und Studium für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Für Menschen mit Legasthenie wird der Alltag oft zum Hürdenlauf. Was für die meisten von uns selbstverständlich ist, fällt ihnen besonders schwer: lesen und schreiben.

Legasthenie in der Schulzeit: Nachteilsausgleich möglich

Eine Lese-Rechtschreibstörung, wie Legasthenie auch bezeichnet wird, macht sich meist schon in der Schulzeit bemerkbar. Eine Diagnose ist ab Mitte der zweiten Klasse möglich – und sollte beim Verdachtsfall auch unbedingt durchgeführt werden. „Das ist so wichtig, damit man die richtige Förderung bekommen kann. Außerdem hat man nur mit einer Diagnose gesetzlichen Anspruch auf einen Nachteilsausgleich und kann so seine Beeinträchtigung kompensieren“, rät Annette Höinghaus vom Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur.

Lesen Sie auch: Kindern mit Lese-, Schreib- und Rechenschwäche früh helfen.

Woran erkenne ich Legasthenie?

Kinder, die lesen und schreiben lernen, machen anfangs alle Fehler, die jedoch normalerweise schnell wieder zurückgehen. Wer an einer Lese-Rechtschreibstörung leidet, macht jedoch häufiger Fehler und die Schwierigkeiten halten länger an, wie der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) informiert. Folgende Anzeichen deuten auf eine Legasthenie hin:

  • Anzeichen beim Lesen: Legastheniker fallen durch eine niedrige Lesegeschwindigkeit auf. Sie stocken, verlieren die Zeile, lassen ganze Wörter, Silben bzw. Buchstaben weg, fügen neue hinzu oder vertauschen sie. Zudem haben Sie Schwierigkeiten, den Inhalt des gelesenen Textes wiederzugeben. Soll das Kind Fragen zum Text beantworten, wird gerne allgemeines Wissen wiedergegeben, statt die Informationen aus dem Text zu verwenden.
  • Anzeichen beim Schreiben: Kinder mit einer Lese-Rechtschreib-Störung machen viele Fehler in Diktaten und beim Abschreiben von Texten, sowie in Grammatik und Zeichensetzung. Zudem ist die Handschrift oft unleserlich.
  • Probleme in anderen Fächern: Auch Mathematik (v.a. Textaufgaben) und Fremdsprachen gehören zu den Problemfächern von Legasthenikern.

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Legasthenie bei Erwachsenen erkennen

Anders, als viele denken, verschwindet Legasthenie nicht einfach im Erwachsenenalter – es bleibt ein Leben lang bestehen. Bei Erwachsenen erkennt man Legasthenie auch an einer unstrukturierten Arbeitsweise, Prüfungs- oder Versagensangst. Betroffene schämen sich für ihre Rechtschreibung und verstecken häufig Zettel von sich, meiden Gruppenarbeit, lautes Lesen oder das Schreiben von Briefen. Sie haben schlicht Angst, verurteilt zu werden oder gar ihren Job zu verlieren.

Wie werden Legastheniker in Ausbildung und Studium gefördert?

Legastheniker sollten sich bei der Ausbildungswahl oder Wahl des Studiums jedoch nicht von ihrem Handicap entmutigen lassen. Schließlich hat diese Schwäche nichts mit Intelligenz oder Kompetenz zu tun. „Es gibt Ärzte, Rechtsanwälte, Professoren und Journalisten mit Legasthenie“, erklärt Höinghaus weiter.

Um in Prüfungssituationen Chancengleichheit herzustellen, erhalten nicht nur Schüler, sondern auch Azubis und Studierende einen gesetzlich zugesicherten Nachteilsausgleich. Wie dieser auszusehen hat, ist jedoch nicht geregelt – und das ist auch gut so. Denn was dem einen hilft, kann für den anderen wiederum Nutzlos sein. Legasthenie unterscheidet sich eben von Mensch zu Mensch. So ist etwa eine Verlängerung der Prüfungszeit, ein Wörterbuch oder eine Software, um den geschriebenen Text vorzulesen, denkbar. Die fachlichen Anforderungen an die Prüfung bleiben jedoch stets die selben.

Ob ein Nachteilsausgleich gewährt wird und wie dieser aussieht, entscheidet in einer Ausbildung die zuständige Kammer. Betroffene sollten spätestens bei der Prüfungsanmeldung gut begründete Vorschläge für den gewünschten Nachteilsausgleich einreichen. „Diese Empfehlungen können vom Facharzt kommen, der auch das Gutachten schreibt, von der Berufsschule oder dem Ausbildungsbetrieb“, erklärt Kirsten Vollmer vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im dpa-Bericht. Im Studium ist neben dem Nachteilsausgleich auch eine Studienassistenz möglich. Übrigens: Auf Studienzeugnissen und dem Abschlusszeugnis einer dualen Ausbildung darf der Nachteilsausgleich nicht vermerkt werden.

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Bei Verdacht auf Legasthenie: unbedingt testen lassen

Legasthenie sollten Betroffene also nicht verstecken, sondern offen damit umgehen, um die selben Chancen in der Ausbildung und den angestrebten Berufsweg zu haben. Während bei Kindern die Tests bei Kinder- und Jugendpsychiater von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Erwachsene die Kosten einer Diagnostik von etwa 200 bis 300 Euro selbst tragen. Eine Investition, die sich jedoch langfristig lohnt. (as)

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Quelle: Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL), dpa, Apotheken-Umschau, PFI

Gehalt: Die zehn bestbezahlten Ausbildungen in Deutschland

Platz 10: Maurer verdienen in ihrer dreijährigen Lehrzeit zwischen 550 und 1.200 Euro.
Platz 10: Maurer verdienen in ihrer dreijährigen Lehrzeit zwischen 550 und 1.200 Euro brutto. © Lino Mirgeler / dpa
Platz 9: Verwaltungsfachangestellte bekommen 700 bis 800 Euro brutto.
Platz 9: Angehende Verwaltungsfachangestellte bekommen 700 bis 800 Euro brutto. © Peter Steffen / dpa
Platz 8: Fachinformatiker erhalten monatlich zwischen 700 und 900 Euro brutto.
Platz 8: Fachinformatiker erhalten in der Ausbildung monatlich zwischen 700 und 900 Euro brutto. © Jan Woitas / dpa
Platz 7: Dank Nacht- und Wochenendzuschlägen können angehende Polizisten bis zu 1.100 Euro verdienen.
Platz 7: Dank Nacht- und Wochenendzuschlägen können angehende Polizisten bis zu 1.100 Euro verdienen. © Stefan Sauer / dpa
Platz 6: Technische Zeichner (auch technische Produktdesigner oder technische Systemplaner) verdienen in der Lehrzeit 700 bis 1.000 Euro brutto.
Platz 6: Technische Zeichner (auch technische Produktdesigner oder technische Systemplaner) verdienen in der Lehrzeit 700 bis 1.000 Euro brutto. © pixabay / 422737
Platz 5: Ob in KfZ-Betrieben, in der Luft- und Raumfahrt oder im medizinischen Bereich: Mechatroniker dürfen sich in der Ausbildung über ein ordentliches Gehalt von 800 bis 1.000 Euro brutto freuen.
Platz 5: Ob in KfZ-Betrieben, in der Luft- und Raumfahrt oder im medizinischen Bereich: Mechatroniker dürfen sich in der Ausbildung über ein ordentliches Gehalt von 800 bis 1.000 Euro brutto freuen. © Oliver Berg / dpa
Platz 4: Bankkaufleute gehören seit jeher zu den Besserverdienenden. Azubis verdienen im Monat etwa 650 bis 1.000 Euro brutto.
Platz 4: Bankkaufleute gehören seit jeher zu den Besserverdienenden. Azubis verdienen im Monat etwa 650 bis 1.000 Euro brutto. © Matthias Balk / dpa
Platz 3: Ebenso gut ergeht es Azubis im Finanzbereich. Angehende Versicherungskaufleute verdienen etwa 650 bis 1.000 Euro brutto.
Platz 3: Ebenso gut ergeht es Azubis im Finanzbereich. Angehende Versicherungskaufleute verdienen etwa 650 bis 1.000 Euro brutto. © pixabay / Free-Photos
Platz 2: Binnenschiffer kann man zwar nicht überall werden, aber die Ausbildung lohnt sich: Hier sind zwischen 800 und 1.100 Euro brutto drin.
Platz 2: Binnenschiffer kann man zwar nicht überall werden, aber die Ausbildung lohnt sich: Hier sind zwischen 800 und 1.100 Euro brutto drin. © Philipp Schulze / dpa
Platz 1: Die Pole-Position geht mit großem Abstand an die Azubis der Fluglotsen. Im zweiten und dritten Lehrjahr sind Spitzengehälter von 3.000 bis 4.500 Euro brutto drin.
Platz 1: Die Pole-Position geht mit großem Abstand an die Azubis der Fluglotsen. Im zweiten und dritten Lehrjahr sind Spitzengehälter von 3.000 bis 4.500 Euro brutto drin. © Ingo Wagner / dpa

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