Kündigung wegen Alkoholismus bei negativer Prognose

Mainz (dpa) - Ein Arbeitgeber muss bei der Entlassung eines alkoholkranken Mitarbeiters grundsätzlich die gleichen Maßstäbe anlegen, wie bei anderen

Mainz (dpa) - Ein Arbeitgeber muss bei der Entlassung eines alkoholkranken Mitarbeiters grundsätzlich die gleichen Maßstäbe anlegen, wie bei anderen Erkrankungen. Das geht aus einem am Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz hervor.

Nach Auffassung des Gerichts ist eine Kündigung daher in diesen Fällen regelmäßig sozial gerechtfertigt, wenn nicht mit einer Verbesserung des Gesundheitszustandes zu rechnen ist und die Weiterbeschäftigung die betrieblichen Interessen des Arbeitgebers erheblich beeinträchtigt.

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers ab. Der alkoholkranke Kläger ist als Holzwerker beschäftigt und arbeitet in dieser Funktion auch an einer Schneidemaschine. Nachdem der Kläger wiederholt und trotz entsprechender Abmahnungen alkoholisiert am Arbeitsplatz erschienen war, kündigte ihm der Arbeitgeber. Der Kläger war der Meinung, die Kündigung sei sozial nicht gerechtfertigt, da er krank sei und sich bemühe, seine Alkoholkrankheit in den Griff zu bekommen.

Das LAG sah für den Kläger jedoch wenig Chancen. Denn er habe sich bisher nicht um eine Therapie bemüht. Die Zukunftsprognose sei daher negativ. Außerdem sei es schon aus Gründen des Unfallschutzes für den Arbeitgeber nicht mehr hinnehmbar, ihn weiter zu beschäftigen.

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