Laut einem Urteil können Arbeitnehmer bei einem Nebenjob während der Krankheit außerordentlich gekündigt werden. (Bild: dpa-infocom)
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Laut einem Urteil können Arbeitnehmer bei einem Nebenjob während der Krankheit außerordentlich gekündigt werden. (Bild: dpa-infocom)

Kündigung bei Job während einer Krankschreibung

Erfurt (dpa) - Arbeitnehmer können nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts bei einem Nebenjob während der Krankheit außerordentlich gekündigt

Erfurt (dpa) - Arbeitnehmer können nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts bei einem Nebenjob während der Krankheit außerordentlich gekündigt werden, wenn der Betriebsrat angehört wird.

Arbeiten während einer Krankschreibung könnten ein Hinweis darauf sein, dass die Erkrankung nur vorgespiegelt sei, teilte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt mit. Außerdem könne eine "pflichtwidrige Verzögerung der Heilung" vorliegen (2 AZR 965/06, Urteil vom 3. April). Im konkreten Fall hatte ein Kraftfahrer aus Bayern während der Arbeitsunfähigkeit ein Café betrieben und Gäste bedient. Das hatten Nachforschungen des Arbeitgebers ergeben, bei denen auch Detektive eingesetzt wurden.

Der Mann war einen Tag nach einer schriftlichen Information an den Betriebsrat gekündigt worden. Eine erneute Kündigung erfolgte, nachdem der Betriebsrat Stellung genommen hatte. Nach der Entscheidung der höchsten deutschen Arbeitsrichter war die zweite Kündigung wirksam. Das Landesarbeitsgericht München, das sich mit Details des Falls erneut beschäftigen muss, hatte dagegen beide Kündigungen für unwirksam erklärt.

Bundesarbeitsgericht in Erfurt: www.bundesarbeitsgericht.de

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