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Eskalation: Im Arbeitsalltag gibt es allerlei Anlässe sich aufzuregen: Ungerechtigkeiten, Nachlässigkeiten, Vernachlässigungen.

Arbeitsplatz

Konflikte ansprechen und gemeinsam lösen

Der Chef trifft vermeintlich willkürliche Entscheidungen, der Kollege wälzt seine Arbeit auf andere ab und die neue Mitarbeiterin hält nichts vom Abspülen. Der Arbeitsalltag bietet allerlei Anlässe für Streitereien. Dem sollte man mit Anstand begegnen und sich nicht in kindischen Reibereien verlieren.

Von Maria da Silva

In jedem noch so gut „funktionierenden“ Team gibt es Konflikte. Der richtige Umgang damit entscheidet, ob sie zum unlösbaren Problem zwischen den Kollegen heranreifen. Oder ob sie als konstruktive Kraft die Zusammenarbeit vorantreiben.

Konflikten aktiv begegnen

Der Arbeitsalltag bietet allerlei Anlässe, sich aufzuregen: Der Chef trifft willkürliche Entscheidungen, der Kollege wälzt seine Arbeit auf andere ab und die neue Mitarbeiterin hält nichts vom Abspülen. „In jedem Team gibt es Konflikte. Anstatt ihnen auszuweichen, sollte man lernen, konstruktiv mit ihnen umzugehen“, sagt die Münchner Konfliktberaterin Ursula Wawrzinek. Denn Konflikte, die künstlich vermieden und ignoriert werden, könne man auch nicht lösen.

Je früher man einen Konflikt anspreche, umso einfacher lasse er sich klären. Anstatt darauf zu warten, dass andere das eigene Leiden erraten, sollte daher jeder selbst in schwierigen Situationen aktiv werden und sich um Klärung bemühen. „Viele jammern erst lange vor sich hin oder machen vielleicht mal einen Witz zu dem Thema, anstatt konkret zu sagen, was ihr Problem ist“, sagt die Autorin des Konfliktratgebers „Geht's noch?!“. Besser sei es, sich zu überlegen, wie man anderen sein Problem nachvollziehbar darlegen kann.

Fachlicher oder zwischenmenschlicher Zwist?

„Wichtig ist, dass man die emotionale Ebene von Konflikten ernst nimmt“, betont die Sozialwissenschaftlerin Tanja Baum aus Köln. Denn vielen vermeintlich sachbezogenen Diskussionen am Arbeitsplatz liege ein zwischenmenschlicher Zwist zugrunde. Im beruflichen Umfeld würden Gefühle jedoch oft als störend empfunden, emotionale Konflikte als „Zickenkrieg“ oder „Kindergarten“ abgetan. „Wenn Probleme auf diese Weise ins Lächerliche gezogen und nicht ernst genommen werden, besteht die Gefahr, dass sich aus kleinen Konflikten größere entwickeln“, warnt die Autorin des Ratgebers „Die Kunst, freundlich Konflikte zu lösen“. (dpa)

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