Bewerben per E-Mail

So kommt Ihre Online-Bewerbung garantiert gut an

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Bewerbungen per Post abschicken? Das ist immer seltener gefragt. Viele Personaler verlangen mittlerweile eine Online-Bewerbung per E-Mail oder Online-Formular. Wir zeigen, worauf bei Anschreiben, Betreff, Grußformel, Lebenslauf und Anhang zu achten ist.

Bewerbungen schreiben ist eine Kunst für sich – vor allem, wenn es um eine Online-Bewerbung geht. Hier kommen zu den inhaltlichen noch die technischen Herausforderungen hinzu. Wir haben die wichtigsten Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung per E-Mail zusammengestellt.

Welchen Betreff und welche Mail-Adresse sollte man wählen?

Für Online-Bewerbungen legt man sich besser eine seriöse E-Mail-Adresse zu. Adressen mit Spitznamen wie „kleinehexe1994“ eignen sich nicht für geschäftlichen E-Mail-Verkehr. Stattdessen sollte die Adresse aus dem Vor- und Nachnamen bestehen. Wichtig ist bei einer Bewerbung per E-Mail auch ein konkreter Betreff. In die Betreffzeile gehören am besten der eigene Name und die Stelle, um die es geht.

Was gilt bei Anrede und Grußformel?

Ein allzu lockerer Tonfall kommt nicht gut an: Die Standardformel zu Beginn des Anschreibens ist immer noch „Sehr geehrte Damen und Herren“. Auch der Gruß am Ende des Anschreibens darf nicht flapsig klingen. Man schreibt „Mit freundlichen Grüßen“ und nicht „Cheers!“. „Manche wollen da unbedingt eine persönliche Note reinbringen und schreiben dann so etwas wie 'sonnige Grüße' – bitte nicht!“, sagt Etikette-Trainerin Imme Vogelsang. „Und man sollte auch keine Abkürzungen wie 'MFG' oder 'LG' für 'Liebe Grüße' benutzen.“

Wie gestaltet man das Anschreiben?

Das Anschreiben bietet Gelegenheit, zu glänzen – mit den eigenen Erfahrungen. Auf Floskeln wie „mit großer Begeisterung habe ich von der Stelle erfahren“ oder „in mir finden Sie eine flexible und motivierte Mitarbeiterin“ kann man verzichten. Aufschlussreicher ist es, von konkreten Aufgaben oder Projekten zu erfahren, die der Bewerber bisher bewältigt hat. Beschreiben Sie praktische Beispiele aus der Vergangenheit, in denen bestimmte Eigenschaften sichtbar werden. „Hinterlassen Sie keine Schleimspur, aber erwähnen Sie in einem Nebensatz, warum Sie gerade in dieses Unternehmen wollen“, rät Bewerbungsexpertin Sabine Neumaier. Das Anschreiben sollte ausgedruckt nicht länger als eine Seite sein.

Manche Bewerber kopieren das Anschreiben direkt in ihre E-Mail. Besser ist, es im Anhang mitzuschicken. Denn viele Personaler lassen sich Bewerbungen ausdrucken: Kopieren Jobsuchende aber ihr Anschreiben direkt in die Mail, wird es beim Ausdruck schnell vergessen. Stattdessen schreiben Bewerber im E-Mail-Fenster am besten nur ein oder zwei Zeilen, in denen sie auf die Bewerbungsunterlagen im Anhang verweisen.

Auf ausgefallene Schriftarten sollten Bewerber verzichten. Das lenkt zu sehr vom Inhalt ab. Stattdessen empfehlen Karriere-Experten, sich für eine Schriftart zu entscheiden und diese überall zu verwenden. Gut geeignet sind die Schriftarten Times New Roman oder Arial. 

Wie groß darf der Anhang sein?

„Bewerber sollten darauf achten, dass der Anhang in der E-Mail nicht zu groß wird“, sagt der Karriereberater Peter Krötenheerdt aus Leipzig. Umfangreiche Anhänge an einer Online-Bewerbung verstopften das Postfach der Firma und würden eventuell sogar wegen ihrer Größe blockiert, so Krötenheerdt. Optimal sei eine Datei mit einer Größe von bis zu zwei Megabyte – allerdings erlauben manche Arbeitgeber auch bis zu vier Megabyte. Auf Grafiken und Animationen in der elektronischen Bewerbung sollte verzichtet werden. „Es gilt der Grundsatz: 'Weniger ist mehr.'“ Das gilt auch für die Anzahl der Anhänge: Die Unterlagen sollten immer zu einem oder maximal zwei Anhängen zusammengefasst werden.

Außerdem sollten Jobanwärter darauf achten, ihre Bewerbung in eine PDF-Datei umzuwandeln. Denn nur dann könnten sie sicher sein, dass ihre Unterlagen auf dem Bildschirm des Empfängers genauso aussehen, wie sie diese zu Hause formatiert haben. Verschickten sie eine Datei etwa als Word-Datei, sei das manchmal nicht der Fall. Ob man das PDF noch komprimierter als Zip-Datei verschicken sollte, darüber scheiden sich die Geister. Zwar sollten die meisten Personaler in der Lage sein, eine Zip-Datei zu öffnen – trotzdem kann sich mal der Fehlerteufel einschleichen.

Und noch ein wichtiger Tipp für Bewerber: Der Dateiname muss eindeutig sein. Er könnte zum Beispiel lauten: „Bewerbung_Mustermann_Beiersdorf_Mai 2016“.

Was gehört in einen perfekten Lebenslauf?

„Das Herz der Bewerbung ist der Lebenslauf“, sagt Karriereberaterin Neumaier. Dort gehören alle Berufserfahrungen und Qualifikationen hinein. Immer mehr durchgesetzt hat sich der anti-chronologische Lebenslauf. Dabei fängt man mit der Gegenwart an und arbeitet sich rückwärts durch. Der Text sollte klar strukturiert sein. Bei den Angaben von Zeiträumen reichen Monat und Jahr. Der Lebenslauf muss datiert und unterschrieben sein.

Ein Link zur eigenen Homepage reicht im übrigen nicht als Bewerbung. Ein Internetauftritt kann die Bewerbung aber ergänzen. Eine solche Seite sollte aber ausschließlich Bewerbungszwecken dienen, rät die IHK Karlsruhe. Es wirkt unseriös, wenn auf der gleichen Seite Urlaubsfotos zu sehen sind.

Sind die Unterlagen angekommen?

Wer eine Bewerbung per E-Mail versendet hat, will in diesem Punkt sichergehen. Mancher überlegt, eine Lesebestätigung anzufordern. Viele E-Mail-Programme bieten diese Funktion an. Der Empfänger wird beim Öffnen der elektronischen Post automatisch dazu aufgefordert, den Erhalt zu bestätigen. Dagegen spricht, dass sich der Empfänger unter Druck gesetzt fühlen könnte. Andererseits ist eine Lesebestätigung ein sicherer Nachweis für eine fristgerechte Bewerbung.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Bitte um eine Eingangsbestätigung direkt in die Mail zu schreiben. Frühestens nach fünf Tagen sollten Jobsuchende sich nach dem Verbleib der Bewerbung erkundigen, wenn sie nichts gehört haben.

Wie sollte man auf Rückmeldungen reagieren?

Wer sich online bewirbt, sollte schnell auf Rückmeldungen reagieren. Tägliches Abrufen der eigenen E-Mails ist daher Pflicht. Sonst verpassen Bewerber eventuell ein Angebot. Außerdem müssten sie damit rechnen, dass Personaler mit einer E-Mail mehrere Kandidaten gleichzeitig anschreiben. Wer zuletzt reagiert, hat dann das Nachsehen. (gs/dpa)

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