Kollegen per E-Mail kondolieren ist stillos

Beileidsbekundungen unter Kollegen sind eine sehr persönliche Angelegenheit. Es sei daher unpassend, den Tod eines Angehörigen in großer Runde anzusprechen, sagte Etikette-Trainer Horst Hanisch aus Bonn.

Bonn. Beileidsbekundungen unter Kollegen sind eine sehr persönliche Angelegenheit. Es sei daher unpassend, den Tod eines Angehörigen in großer Runde anzusprechen, sagte Etikette-Trainer Horst Hanisch aus Bonn.

"Die Anteilnahme wird immer mündlich und am besten unter vier Augen gezeigt." Per E-Mail, Telefon oder SMS zu kondolieren, sei stillos. Unter den Tisch fallenlassen dürften Kollegen die Nachricht eines Todesfalls aber nicht, erklärt Hanisch. Je enger das Verhältnis mit dem betroffenen Kollegen ist, desto konkreter sollte die Beileidsbekundung sein. "Ein recht vages 'Es tut mir leid zu hören, dass Ihr Vater gestorben ist' reicht im Normalfall", erklärte Hanisch. "Bin ich aber befreundet, darf ich dem Betroffenen ruhig meine Hilfe oder ein offenes Ohr anbieten."

Auf der Trauerfeier erscheinen Kollegen in der Regel nicht. Zur Beerdigung dürfe nur kommen, wer dem Betroffenen sehr nahesteht - etwa weil er mit ihm seit 20 Jahren das Büro teilt. "Allerdings ist er dort nur Randfigur", erläuterte Hanisch. "Als Kollege steht man abseits und darf auch nicht erwarten, dass der Trauernde einen überhaupt wahrnimmt." Geld als Kondolenzgeschenk für den Trauernden sei ebenfalls unpassend. Wenn der Kollegenkreis seine Anteilnahme zeigen möchte, sei ein Gutschein für eine Gärtnerei eventuell eine gute Idee. "Damit kann der Kollege dann später zum Beispiel hübsche Blumen für das Grab kaufen." (dpa/tmn)

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