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Steuer

Das können Selbstständige und Freiberufler alles von der Steuer absetzen

Das deutsche Steuerrecht ist sehr komplex, Steuerberater sind entsprechend teuer. Viele Selbstständige und Freiberufler machen darum ihre Steuer zunächst einmal selbst.

Hat man nicht gerade Angestellte, ist das mit den entsprechenden Programmen auch recht leicht zu bewerkstelligen. Tipps für die Steuererklärung kann man daher immer gebrauchen. Natürlich ist jede Situation individuell, sodass unsere Tipps zum Steuern sparen nicht als erschöpfende Liste, sondern eher als Anregung verstanden werden sollen. Wir haben wichtige Hinweise und essenzielles Know-how zusammengetragen.

Anschaffungen für das Unternehmen/Arbeitsmittel

Grundsätzlich kann man jede notwendige Anschaffung für das Unternehmen als Betriebsausgabe absetzen. Man muss die Dinge jedoch über eine bestimmte Zeit abschreiben, die als Nutzungsdauer festgelegt ist. Dabei steht die Abkürzung Afa für „Absetzung für Abnutzung“. Anders ist es bei den geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG), welche die Steuerlast direkt im Anschaffungsjahr senken. Die Grenze für „geringwertig“ liegt seit 2018 nicht mehr bei 410, sondern bei 800 Euro (ohne Mehrwertsteuer). Arbeitsmittel wie Computer, Handy etc. bis zu diesem Wert können also direkt abgezogen werden. Wird ein Gerät zur Hälfte gewerblich und zur anderem Hälfte privat genutzt, dann können 50 Prozent der Anschaffungskosten abgesetzt werden.

Kreative Dienstleistungen

Ein Corporate Look ist wichtig für die Markenbildung eines Unternehmens und soll für einen Wiedererkennungseffekt sorgen. Die meisten Unternehmer können diese Aufgabe nicht selbst übernehmen, sondern wenden sich an einen Profi, der sie beraten kann. Dabei geht es zunächst einmal darum, dass man den Corporate Look an die Corporate Identity anpasst. Wer ist die Zielgruppe und was will man diesen Personen für ein Gefühl vermitteln? Anhand dieser Aspekte werden passende Farben ausgesucht und ein Logo/Branding erstellt. Selbstverständlich kann man das Honorar für diese Dienstleistung von der Steuer absetzen. Das gilt ebenso für Grafiker, Texter und andere Kreative. Achtung: Für selbständige Künstler/Publizisten muss eine Künstlersozialabgabe an die KSK (Künstlersozialkasse) gezahlt werden.

Ausgaben für die Fortbildung

Lebenslanges Lernen ist auch für Freiberufler und Selbständige ein Muss, um den Anschluss nicht zu verlieren. Aus diesem Grund können die Ausgaben für eine Fortbildung, die direkt mit der eigenen Tätigkeit zusammenhängt, bis zu einer Höhe von rund 4000 Euro pro Jahr abgesetzt werden. Manchmal gibt es hier allerdings einige Diskussionen mit dem Sachbearbeiter vom Finanzamt, weil dieser den direkten Zusammenhang nicht als gegeben sieht. In der Regel kann man allerdings davon ausgehen, dass sich eine Weiterbildung auch steuerlich lohnt.

Kosten für Werbemittel

Klappern gehört zum Geschäft, weshalb sich hochwertige und nützliche Werbemittel steigender Beliebtheit erfreuen. Kosten für Werbeartikel sind ein Teil der Betriebsausgaben und sollten im Verhältnis stehen. Sie müssen zudem immer im Zusammenhang mit den Einnahmen stehen. Als Werbung oder Marketingartikel zählen solche Waren, die mit dem eigenen Logo oder Firmennamen individualisiert und dann an Kunden und Partner abgegeben werden. Hier müssen jedoch die Grenzen beachtet werden, die der Fiskus rund um das Thema „Geschenke“ aufgestellt hat.

Geschenke von der Steuer absetzen

Pro Jahr und Kunde oder Geschäftspartner darf man bis zu 35 Euro für Geschenke ausgeben. Ist der Unternehmer umsatzsteuerpflichtig, kann hier noch die Umsatzsteuer addiert werden. Übersteigt der Betrag die Grenze von 35 Euro, kann das Geschenk nur anteilig geltend gemacht werden. Haben die Präsente einen Wert zwischen zehn und 35 Euro, dann muss der Empfänger, sofern er selbst Unternehmer ist, das Geschenk eigentlich als Betriebseinnahme versteuern. Das lässt sich verhindern, indem der Schenkende das Präsent pauschal mit 30 Prozent versteuert. Kleine Artikel wie Kugelschreiber, Tassen etc., die weniger als zehn Euro gekostet haben, gelten als geringwertige Warenproben oder Streuwerbeartikel. Sie müssen nicht versteuert werden, sondern schmälern den Gewinn. Bei ihnen muss auch nicht notiert werden, wer damit beschenkt wurde - bei den größeren Präsenten sollte man das jedoch immer tun.

Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (privat und gesetzlich)

Die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung sind für jeden Freiberufler oder Unternehmer ein großer Posten bei den Ausgaben. Im Jahr 2010 trat das Bürgerentlastungsgesetz in Kraft, sodass sich die Ausgaben besser absetzen lassen. Die Beiträge zur Pflegeversicherung können in voller Höhe abgesetzt werden. Das Gleiche gilt für die gesetzliche Krankenversicherung, hier allerdings nicht für selbst gewählte Zusatztarife. Auch die PKV kann zu einem großen Teil geltend gemacht werden.

Gebühren für das Führen des Kontos

Viele Freiberufler und Selbstständige verwenden für gewerbliche und private Zwecke nur ein einziges Konto. Das ist nicht ratsam, denn in diesem Fall können die Kosten für das Führen des Kontos nicht von der Steuer abgesetzt werden. Das ist vor allem dann problematisch, wenn das Konto bereits als Geschäftskonto geführt wird und dementsprechend auch mehr Kosten verursacht (Geschäftskonten sind in der Regel teurer). Besser ist es, man legt sich für private Abhebungen oder Überweisungen ein separates Konto zu und kann die Kosten für das Geschäftskonto in voller Höhe absetzen. Das führt zu einer größeren Ersparnis als die steuerliche Geltendmachung der anteiligen Kosten.

Spenden

Wer spendet, erzeugt eine win-win Situation: Dem guten Zweck ist Genüge getan und das eigenen Konto wird auch geschont, denn Spenden können von der Steuer abgesetzt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich eine Spendenquittung ausstellen lässt.

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