Keine Kündigung wegen häufiger Kurzerkrankungen

Mainz (dpa) - Häufige Kurzerkrankungen eines Arbeitnehmers rechtfertigen nicht ohne weiteres dessen Kündigung. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG)

Mainz (dpa) - Häufige Kurzerkrankungen eines Arbeitnehmers rechtfertigen nicht ohne weiteres dessen Kündigung. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem Urteil.

Vielmehr müsse eine negative Gesundheitsprognose für die Zukunft vorliegen, mit deutlichen wirtschaftlichen Nachteilen für den Arbeitgeber zu rechnen und die krankheitsbedingte Kündigung auch sozial gerechtfertigt sein (Urteil vom 24.1.2008 - 10 Sa 601/07).

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers statt. Der Kläger, der seit 27 Jahren in dem Betrieb beschäftigt ist, erkrankte in den letzten Jahren wiederholt kurzzeitig. Dabei überschritten die Erkrankungen zumeist nicht den Zeitraum von sechs Wochen, für den der Arbeitgeber den Lohn weiterzahlen muss. Der Arbeitgeber kündigte dem Kläger mit der Begründung, es sei nicht mehr damit zu rechnen, dass er voll leistungsfähig sei. Daher sei seine Weiterbeschäftigung für den Betrieb wirtschaftlich nicht tragbar.

Das LAG sah die Sache anders. Insbesondere habe der Arbeitgeber nicht nachvollziehbar dargelegt, wieso er von einer negativen Gesundheitsprognose für die Zukunft ausgehe. Aber selbst wenn dies unterstellt werde, habe der Arbeitgeber bei seiner Entscheidung das Alter, die Dauer der Betriebszugehörigkeit und die Unterhaltsverpflichtungen des Klägers zu berücksichtigen. Danach falle die Abwägung der beiderseitigen Interessen zugunsten des Klägers aus.

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