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Karrierelevel: Bin ich Junior oder doch schon Senior?

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Ganz klar ein Junior oder doch längst Senior? Karrierelevel in Stellenanzeigen folgen keiner einheitlichen Definition. © Christin Klose/dpa-tmn

Karrierelevel in Stellenanzeigen sind nicht klar definiert. Woher weiß ich, welche Stelle zu mir passt? Und wann kann ich mich auf ein höheres Level bewerben? Ein Wegweiser durch den Head-of-Dschungel.

Bonn - Da hat man sie endlich gefunden: die eine Stelle, für die das Herz ein kleines bisschen schneller schlägt. Nur das Wörtchen „Senior“ sorgt für Unbehagen und lässt manchen verwirrten Bewerber mit der Frage zurück: Wer bin ich eigentlich?

Junior, Regular, Senior, Team Lead, Head of oder Expert - so vielfältig wie die Karrierelevel in Stellenanzeigen sind oft auch die Anforderungsprofile, die hinter der Anzeige stecken. Denn Expert ist nicht gleich Expert. „Die Karrieretitel sind sehr individuell und spezifisch“, sagt Arne Adrian, Vorsitzender des Fachverbands Personalberatung im Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen.

Senior ist nicht gleich Senior

Inga Dransfeld-Haase, Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager, erklärt das Prinzip: „Der Junior ist der Berufseinsteiger. Der Regular hat Berufserfahrung. Der Senior ist die sehr erfahrene Fachkraft. Ein Team Lead impliziert Führungsverantwortung. Ein Head of leitet die Abteilung und ein Expert verfügt über sehr fundiertes Fachwissen und ist für einen sehr speziellen Bereich zuständig.“

Soweit zur Theorie. Doch wer gilt als berufserfahren und wer als Fachkraft? Das kommt auch auf die Branche an, wie Arne Adrian sagt. „Wenn Sie in sehr komplexen und herausfordernden Verantwortlichkeiten sind, etwa als Arzt, dann würde ich Sie nach drei Jahren nicht als Senior bezeichnen.“

Anders sehe es beispielsweise aus, wenn jemand drei Jahre lang in einer Werbeagentur Medienbudgets der Kunden verantwortet. „Dort reichen drei Jahre eventuell aus, um alle relevanten Erfahrungen gemacht zu haben, die man in diesem Bereich machen muss“, so Adrian.

Fehlende Kenntnisse sind kein Ausschlusskriterium

Um herauszufinden, welche Stelle zu einem passt, empfiehlt Adrian sich nicht nur mit der Stellenanzeige, sondern auch mit dem Unternehmen selbst auseinanderzusetzen. „Man kann schauen, wer dort in vergleichbaren Rollen arbeitet und welches Level diese Mitarbeiter haben, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was gefordert ist.“

In jedem Fall lohnt ein sorgfältiger Blick auf die Stellenausschreibungen und das darin geforderte Profil. „Prüfen Sie die Aufgabengebiete und Qualifikationen in der Stellenausschreibung. Vergleichen Sie diese mit Ihrem Lebenslauf. Wenn Sie eine Passung feststellen, dann rate ich zur Bewerbung und Klärung noch offener Punkte im Bewerbungsgespräch“, sagt Inga Dransfeld-Haase.

Auch Jörg Stelzer, Berufsberater bei der Bundesagentur für Arbeit rät, „sich nicht zu sehr von den Anforderungen einschüchtern zu lassen, sondern selbstbewusst zu dem zu stehen, was man kann“. Aus Gesprächen mit Personalverantwortlichen weiß er: Den meisten Unternehmen reicht es, wenn der Bewerber 70 Prozent des Anforderungsprofils erfüllt.

Mut zahlt sich aus

Im Zweifel, da sind sich die Experten sicher, solle man in jedem Fall eine Bewerbung wagen. „Ist die Stellenausschreibung nicht ganz klar, rate ich zu Mut. Werfen Sie Ihren Hut in den Ring und klären Sie im Bewerbungsgespräch, was die genauen Anforderungen sind“, rät Dransfeld-Haase.

Und auch Stelzer empfiehlt, „immer erst nach dem Interesse zu suchen. Karrierelevel sind dann Ergänzungen. Wenn ich in der Bewerbung rüberbringen kann, warum das genau meine Stelle ist, kann ich auch Interesse wecken.“ dpa

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