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Ben und Mia sind sehr beliebte Vornamen – und auch karrieretauglich, glaubt man der Endmark-Studie.

Vorurteile bei Vornamen

Karriere machen Mia und Tim, nicht Justin oder Chantal

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Der eigene Vorname beeinflusst offenbar die Aufstiegschancen im Job: Es gibt Unterschiede zwischen Sophie und Mandy oder Lukas und Kevin. Kinder mit bestimmten Namen haben es schon in der Schule schwerer, weil sich Klischees hartnäckig halten.

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Kurzer Vorname – große Karriere: Diese Regel gilt offenbar im Job. Die Namensagentur Endmark hat rund 750 Männer- und Frauenvornamen auf ihre Karrieretauglichkeit hin bewertet. Demnach wird „Tim“ eher Chef eines globalen Konzerns, während es „Justin“ vielleicht nur zum Sachbearbeiter schafft. Denn kurze Vornamen sind meist einfacher und einprägsamer – damit bleibt man auch bei Personalern leichter im Gedächtnis.

Wichtig ist zudem, ob Namen international verständlich sind. Wer beispielsweise „Angela“ heißt wie die deutsche Kanzlerin, hat bei internationalen Geschäftskontakten mehr Probleme. Denn kaum ein Ausländer weiß auf Anhieb, wie man dies korrekt ausspricht.

Der Vorname muss zum Nachnamen passen

Wenn Vornamen klanglich nicht zum Nachnamen passen, kann es das ebenfalls die Karriere behindern. „Pierre Müller“ oder „Chantal Lüdenscheid“ – das klingt unpassend, weil die Wörter aus verschiedenen Sprachfamilien kommen. Auch Bindestrich-Namen schneiden nicht gut ab, weil sich das unentschlossen anhört. Echte Karrierekiller sind Kombinationen aus Doppelvorname und Doppelnachname, etwa „Marie-Luise Meier-Schmidtberger“, zeigt die Studie, die gemeinsam mit Bild.de erstellt wurde.

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Ein Kevin benimmt sich angeblich eher daneben

Auch Bildungschancen hängen stark vom Vornamen ab – das fand die Universität Oldenburg schon im Jahr 2009 heraus. Kinder die „Charlotte“, „Sophie“, „Marie“, „Hannah“, „Alexander“, „Maximilian“, „Simon“, „Lukas“ oder „Jakob“ heißen, erscheinen in den Augen vieler Lehrer freundlicher, leistungsstärker und verhaltensunauffällig.

Hingegen werden Namen wie „Chantal“, „Mandy“, „Angelina“, „Kevin“, „Justin“ oder „Maurice“ eher mit Leistungsschwäche und Verhaltensauffälligkeit verbunden. Besonders Jungen namens „Kevin“ werden es der Studie zufolge schwer haben: Einer der befragten Lehrer kommentierte sogar: „'Kevin' ist kein Name, sondern eine Diagnose!“ Es herrschen also Klischees, die sich Pädagogen bewusst machen sollten.

Zeitlose Vornamen kommen gut an

„Hören wir einen Vornamen, so schlussfolgern wir daraus das Alter der betreffenden Person und darüber letztlich auch deren Attraktivität und Intelligenz“, folgerten Psychologen der TU Chemnitz. Unter Leitung von Prof. Udo Rudolph untersuchten die Forscher 2006, welche Assoziationen Vornamen hervorrufen.

Das Ergebnis: Wer moderne Vornamen wie „Laura“ oder „Leon“ trägt, wurde stets jünger eingeschätzt als Träger von altmodischen Vornamen. Und je jünger der Name klingt, desto attraktiver, und je attraktiver, desto intelligenter – so lautet der vom Hörer eines Vornamens gezogene Schluss.

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Werdenden Eltern empfehlen die Chemnitzer Psychologen zeitlose Vornamen wie „Alexander“, „Michael“, „Anna“ oder „Claudia“. Denn auch wenn moderne Vornamen den höchsten Zuspruch erhielten, „können Zeitgeistkinder unter der Schnelllebigkeit des Namensgeschmacks leiden“, meint Prof. Rudolph.

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