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Können Chefinnen zu nett sein? Führungskräfte sollten klare Linie verfolgen

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Von: Carina Blumenroth

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Aufgaben delegieren und mit Arbeitnehmern kommunizieren, dafür sind Vorgesetzte verantwortlich. Jeder hat einen anderen Führungsstil – doch gibt es ein zu nett?

„Was mit Menschen machen“ – das kann nicht nur ein Ziel von Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern sein, sondern ebenso ein Satz, den Chefs und Vorgesetzte beherzigen. Sie sind für die Teamführung zuständig und oft die ersten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, wenn bei der Arbeit etwas nicht klappt. Studien zeigen, dass das Verhalten von Führungskräften dafür verantwortlich ist, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kündigen. Auf das Arbeitsklima haben Vorgesetzte also viel Einfluss – können Führungskräfte zu nett sein?

Führungskräfte: Wertschätzung ist wichtig für Arbeitnehmer

Chef mit Mitarbeiter.
Können Führungskräfte zu nett sein? (Symbolbild) © Maskot/Imago

Brüllende Führungskräfte kennen vermutlich alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – zumindest aus Erzählungen. Dass das nicht besonders gut für das Arbeitsklima und allgemein für die Produktivität ist, scheint klar zu sein. Vor allem jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tendieren dazu, dass sie eher den Job wechseln, wenn sie sich nicht wertgeschätzt fühlen. Bedeutet es im Umkehrschluss, dass Führungskräfte immer nett sein und allem zustimmen müssen? Das Handelsblatt hat mit dem Karrierecoach Henryk Lüderitz und Arbeitspsychologin Susanne Tiedemann vom Fürstenberg Institut über mögliche Grenzen der Nettigkeit als Führungskraft gesprochen.

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Als Führungskraft zu nett? Drei Tipps von Experten

  1. Nettigkeit als Schwäche? Dieser Mythos scheint in vielen Firmen verbreitet zu sein. Tiedemann sagt dem Handelsblatt, dass eine nette Führungskraft manchmal noch gleichgesetzt wird mit einer schwachen Führung. Insgesamt gebe es viele verschiedene Führungsstile, dies sei den Führungskräften grundsätzlich bewusst, aber aktiv auseinandersetzen würden sich damit nur wenige, wird Lüderitz vom Handelsblatt zitiert. Nettigkeit zeuge von Sozialkompetenz und stärke allgemein die Mitarbeiterbindung.
  2. Gibt es eine Gefahr für zu freundliche Führungskräfte? Wenn Augenhöhe und Freundlichkeit nicht damit verwechselt wird, dass die Führungskräfte mit dem Team befreundet sein wollen und deswegen unbequemere Entscheidungen scheuen – droht keine Gefahr. Als Führungskraft sind Menschen in einer anderen Rolle, dies sollten sich alle bewusst sein.
    „Es ist ok, Grenzen zu setzen und einzuschreiten, nur eben nicht überzogen kleinlich oder mit einem unangemessenen Verhalten oder Ton“, sagt Henryk Lüderitz dem Handelsblatt. Allgemein gilt: Hat die Führungskraft eine klare Rolle und bleibt dieser treu, wirkt sich das auch auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus.
  3. Klares Auftreten: Führungskräfte befinden sich in Ihrer Rolle, das sollten Sie auch ausstrahlen. Beispielsweise bei dem Delegieren von Aufgaben. Da sei die Formulierung wichtig, wie Lüderitz anmerkt. Weniger überzeugend sei: „Könntest du vielleicht diese Aufgabe übernehmen?“ Besser wäre: „Du, diese Aufgabe ist sehr wichtig fürs Team, übernimm die doch bitte bis morgen. Dankeschön.“

Nett, freundlich und wertschätzend zu agieren schließt sich in einer Führungsposition nicht aus. Wichtig sei, dass man eine Haltung zeige, in seiner Rolle bleibe und sich nicht davor scheue, unbequeme Entscheidungen zu treffen. Eigene Reflexion, ob der Führungsstil mit den Zielen des Unternehmens zusammenpasse, sei ebenfalls ein Vorteil, der auch das Vertrauen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Führungskräfte stärken kann.

Führungskraft: Hierarchien in Krise stärker?

Vorgesetzte flüchten sich während der Krise in starre Hierarchien, das berichtet die Wirtschaftswoche und beruft sich auf eine Umfrage, die Hays mit dem Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) unter mehr als 800 Führungskräften geführt hat. Ein Drittel sagt demnach, dass sie selbst aktuell von oben nach unten kommunizierten. Jede fünfte Führungskraft treffe Entscheidungen allein. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, sei ein Grund der Zeitmangel der Führungskräfte zu Krisenzeiten. Der wirkt sich unter anderem auf die Kommunikation mit dem Team aus.

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