Kältefrei für Schüler: Eltern müssen zur Arbeit

Wenn die Schule kurzfristig wegen Kälte ausfällt, müssen die Eltern trotzdem zur Arbeit. Das Recht einfach zu Hause zu bleiben um ihre Kinder zu betreuen, haben sie nicht.

Wiesbaden. Wenn die Schule kurzfristig wegen Kälte ausfällt, müssen die Eltern trotzdem zur Arbeit. Das Recht einfach zu Hause zu bleiben um ihre Kinder zu betreuen, haben sie nicht.

Zwar regelten der Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) und viele Tarifverträge eine "vorübergehender Verhinderung" - ein Schulausfall sei dabei aber nicht erwähnt, erklärt Reinhard Schütte, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Wiesbaden. Ein Arbeitnehmer schulde grundsätzlich seine Arbeit, unabhängig davon, ob das Kind betreut ist oder nicht. Anders sehe es aus, wenn das Kind krank wird. Dann dürften Mutter oder Vater zu Hause bleiben.

Wenn überhaupt keine Betreuung zu organisieren ist, kann jedoch bei kleineren Kindern ein sogenanntes Leistungsverweigerungsrecht für ein Elternteil bestehen, sagte Schütte. Die Verhinderung müsse dem Arbeitgeber aber sofort gemeldet werden.

Ist das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Chef gut, gibt es in der Regel keine Probleme. Dann werde häufig angeboten, die Fehlzeiten nachzuarbeiten oder kurzfristig Urlaub zu nehmen, sagte Schütte. Schwierig wird es immer dann, wenn das Arbeitsverhältnis gestört ist. Der Arbeitnehmer könne nicht von sich aus kurzfristig Urlaub nehmen. "Jeder Urlaub muss beantragt und genehmigt werden", erklärte Schütte. Verweigert der Chef diese Genehmigung, müsse der Arbeitnehmer beim Job erscheinen. "Sonst ist es unentschuldigtes Fehlen, was eine Abmahnung zur Folge haben kann." (dpa/tmn)

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