Jobs gegen Fernweh

Die Tourismusbranche präsentiert sich auf der ITB / Interessant auch für angehende Azubis

Von SABINE DEMM

Frankfurt a.M. - Der klassische Weg in die Branche führt über eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau oder zum -kaufmann im Reisebüro oder bei einem Veranstalter. Allerdings ermutigen die Zahlen der vergangenen Jahre nicht gerade. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) schrumpfte die Zahl der Azubis in den Reisebüros von 2001 bis 2005 um 37 Prozent von jährlich 10173 auf 6442. Grund dafür waren vor allem die wirtschaftlichen Einbußen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Doch seit 2006 zeichne sich eine Trendwende ab, so DRV-Vizepräsident Hans Doldi, der im Verband für Berufsausbildung und Fortbildung verantwortlich ist: "Wir gehen davon aus, dass 2006 über 20 Prozent mehr junge Leute als im Vorjahr ausgebildet wurden." Dieser Trend setze sich auch 2007 fort, meint Doldi: "Wir rechnen mit einem weiteren Plus von zehn Prozent."

Die Krise in der Reisebranche scheint zwar noch nicht ganz ausgestanden, doch die Unternehmen treten derzeit in eine Phase der Konsolidierung - das verspricht stabile Beschäftigungs- und Ausbildungszahlen. "Nach dem heutigen Stand und mit optimistischem Blick kann ich eine Ausbildung in der Touristik empfehlen", bekräftigt Hans Doldi.

Zum Berufsbild der Reiseverkehrskaufleute gehören Beratung und der Verkauf von Pauschal- und Individualreisen. Marketing, Preiskalkulation und Abrechnung sind Teil der Ausbildung. Reiseverkehrskaufleute sind in Reisebüros, bei Veranstaltern oder in Fremdenverkehrs- oder Kureinrichtungen tätig. Bei Veranstaltern gibt es die Möglichkeit, in Bereiche wie Hoteleinkauf oder Produktentwicklung einzusteigen und sich für höhere Positionen zu qualifizieren.

Ausbildungsberufe, die als Teilsparten der Touristik gelten, sind Luftverkehrskaufleute sowie Hotelkaufleute. Der Luftverkehrskaufmann (oder -frau) kümmert sich bei Airlines oder Flughäfen um den Verkauf von Flugtickets sowie um organisatorische Aufgaben bei der Flugzeugabfertigung im Bereich Passagiere und Fracht. Der Hotelkaufmann ist für wirtschaftliche und organisatorische Fragen im Bereich Hotellerie zuständig. Er lernt in der Ausbildung Verkaufspreise zu kalkulieren, Personalvorgänge zu bearbeiten, aber auch Gäste zu beraten sowie Speisen und Getränke zu servieren.

Aufbauend auf eine der genannten Ausbildungen bieten eine Reihe von Fachschulen - beispielsweise die Schule für Touristik in Frankfurt und Berlin - eine meist berufsbegleitende Weiterbildung zum Tourismusfachwirt (IHK) an. Diese qualifiziert für Führungsaufgaben. Die Weiterbildung dient dazu, Entwicklungen des Marktes zu erkennen und neue Produkte zu erstellen. Ebenso gehört es zum Aufgabenfeld, Marktstrategien zu entwickeln und anzuwenden. Ein Zugang zum Tourismusbereich ist auch über einige Fachhochschulen und Universitäten möglich. Einen der ältesten und renommiertesten Touristikstudiengänge gibt es an der FH Worms. Dort kann man im Zuge der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge einen Abschluss in "Tourism and Travel Management" machen.

Einige Hochschulen, etwa die Universität Trier, bieten ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Touristik an. Bei Reisekonzernen wie der TUI und Thomas Cook können Abiturienten auch ein berufsbegleitendes Studium mit Schwerpunkt Touristik absolvieren. Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist in Praxis- und Theoriephasen gegliedert. Wer lieber im sonnigen Urlaubsland arbeiten will, hat Chancen als Animateur bei einem der großen Veranstalter. Viel Erfahrung muss man meist nicht mitbringen, man sollte "gerne auf Menschen zugehen", "hoch motiviert sein" und "andere mit seiner guten Laune anstecken können", verlangt Alltours. Die Touristikkonzerne veranstalten regelmäßig Auswahlverfahren.

Etwas mehr gefordert wird von einem Reiseleiter. Er sollte Abitur oder Mittlere Reife mit abgeschlossener Berufsausbildung besitzen. Reiseleiter empfangen Gäste im Urlaubsland und sind deren Ansprechpartner vor Ort. Auch für den Job als Reiseleiter kann man sich direkt bei den Touristikunternehmen bewerben.

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