Geschäftsidee

Als Gründer braucht man Kontakte

Herr Graber, Sie sind heute geschäftlich in Paris unterwegs. Was steht in ihrem Terminkalender?Ich treffe Investoren, die sich vor kurzem an unserer zweiten Finanzierungsrunde beteiligt haben.

Außerdem besuche ich ein paar Fernsehsender. Wir sind gerade dabei, nach Frankreich zu expandieren und wollen dort TV-Werbung machen, weil das in Deutschland auch sehr gut funktioniert.

Sie haben gerade neue Investoren von Ihrer Geschäftsidee überzeugt und konnten so über sieben Millionen Euro einsammeln. War das beim ersten Mal schwieriger?
Auf jeden Fall. Im Dezember 2008 war Lehman Brothers gerade insolvent gegangen und die Stimmung bei den Investoren war denkbar schlecht. Zwei Tage vor Weihnachten wurden uns dann zum Glück anderthalb Millionen Euro von Grazia Equity und dem High-Tech Gründerfonds zugesagt. Hätten wir das Geld nicht bekommen, wäre Mister Spex im Folgemonat pleite gewesen.

Wie kommt man als Gründer an Geld für seine Idee?
Wir hatten Glück, dass wir in Kontakt mit den richtigen Leuten standen. Zwei Business-Angel-Investoren haben den Kontakt zu den Geldgebern hergestellt. Außerdem war unsere Geschäftsidee gut.

Markenbrillen online zu verkaufen, ist aber doch keine besonders originelle Idee…
Das muss es auch gar nicht. Es war eine riesige Marktlücke, die von den klassischen Optikern noch nicht genutzt wurde. In diesem Jahr werden wir mit dem Online-Handel mehr als zehn Millionen Euro Umsatz machen.

Was raten Sie jungen Menschen, die sich nach dem Studium selbstständig machen wollen?
Ich glaube, es ist nicht verkehrt, wenn man nach dem Studium zunächst praktische Erfahrung sammelt. Ich habe nach meinem Abschluss zwei Jahre als Berater bei Boston Consulting gearbeitet und davon sehr profitiert. Auch Praktika bei Startups kann ich empfehlen.

Interview: Eloy Barrantes

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