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Welcher Wein passt zu welcher Speise? Sommeliers können diese Frage beantworten.

Commis-Sommelier

Genuss-Manager brauchen Gefühl fürs Geschäft

Es klingt wie ein Traumjob: den ganzen Tag ins Weinglas gucken und dafür auch noch bezahlt werden. So verschafft sich beispielsweise eine Kellnerin mit einer Zusatzausbildung zur Commis-Sommelière bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Von Alice Baum

Eine Ausbildung zum Commis-Sommelier mit geprüftem Abschluss bietet etwa das International Wine Institute in Bad Neuenahr an, als kleine Variante der Ausbildung zum hochangesehenen Beruf des Profi-Wein-Sommeliers. Letztere sind überall auf der Welt gefragte Fachleute, sagt Kohnen. Früher habe er selbst einmal als Koch und Kellner gearbeitet, jetzt engagiert er sich in der Weiterbildung. Vor rund 20 Jahren gründete er die Deutsche Weinschule in Koblenz mit.

Für die Ausbildung zum Sommelier ist eine Vorerfahrung als Koch oder Restaurantfachmann notwendig, denn die Weinberater sind nicht nur Schöngeister und Genussmenschen, sie müssen auch Gefühl für Zahlen und Fakten mitbringen. Der Sommelier eines Sterne-Restaurants hat nicht selten einen Weinkeller im Wert von bis zu 300.000 Euro zu verwalten. Gleichzeitig spricht er täglich mit dem Koch das geplante Menü durch, macht Veränderungsvorschläge, um seine Weine optimal dem Essen anzupassen.

Genuss-Manager - ein Gourmet-Beruf

„Genussmanager“ – so wird ein Sommelier auch genannt. Seinen Ursprung hat dieser Gourmet-Beruf in den Schlachten des 30-jährigen Krieges: Die Generäle leisteten sich damals schon Weinberater, die die militärischen Oberhäupter mit wohlbedachten Kombinationen von Speisen und Getränken bei Laune hielten. Ein erfahrener Weinberater verdient leicht 4.000 Euro monatlich – oder mehr.

Nicht so dicht am Endverbraucher sind andere Berufe in der Weinwirtschaft. Die Hochschule RheinMain in Geisenheim bietet eine akademische Ausbildung mit Schwerpunkt Weinhandel an. Dort erwerben Studenten nach sechs Semestern den Bachelor of Science in Internationaler Weinwirschaft. Auch hier gilt: Ein Bezug zum Wein ist vorteilhaft. „40 Prozent unserer Studienanfänger kommen aus Familien mit Weinhandelshintergrund oder sogar direkt von Weingütern“, sagt Wilma Mattmüller-Schultz von der Hochschule Geisenheim, die vor allem Studienanfänger berät.

Vorraussetzung ist ein 26-wöchiges Vorpraktikum, mindestens acht Wochen soll der Student auf einem Weingut verbracht haben, um zu wissen, was es bedeutet, Wein zu erzeugen. „Weinlese ist kein Spaziergang im Weinberg“, sagt Mattmüller-Schultz. Die klassischen Jobs für den Bachelor of Science in der Internationalen Weinwirtschaft liegen in Wein-Handelshäusern, im Einkauf, bei der Qualitätskontrolle oder auch als Produktmanager. Wein-Marketing ist ein wichtiger Aspekt des Studiengangs, manche arbeiten später auf großen Weingütern oder in Kellereien im Vertrieb.

Durch den Schwerpunkt Önologie, der Fachkenntnis vom Weinbau, grenzt sich der Studiengang vom klassischen Betriebswirtschaftslehrgang ab. Fremdsprachen sind ein Muss in diesem Studiengang. Die Studenten lernen fremde Märkte kennen und verstehen. Wer weiß schon, dass die Skandinavier und sogar die Franzosen kein Problem mit Wein in Plastikschläuchen haben? Selbst hochwertige Tropfen verkaufen sich gut in dieser „bagin-box“-Verpackung. Undenkbar in Deutschland, wo ein guter Wein aus einer verkorkten Glasflasche zu kommen hat. Dabei schützt das Vakuum, das sich bildet, vor Oxidierung.

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