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Basisarbeit: Wer die Mühen einer Ausbildung in der Gastronomie nicht scheut, erntet viel Know-how für die eigene Selbständigkeit.

Gastronomie

Im Gastgewerbe gibt es noch freie Lehrstellen

Jugendliche auf Lehrstellensuche haben auch im November noch die Chance, einen Platz in der Gastronomie und Hotellerie zu bekommen. Zur Zeit laufen die Nachvermittlungsaktionen.

Auszubildende, die noch keine Lehrstelle haben und bei der Bundesagentur für Arbeit als suchend gemeldet sind, nehmen an so genannten Nachvermittlungsaktionen teil. Sie werden dafür eigens angeschrieben. „Gerade in der Gastronomie und Hotellerie gibt es noch freie Ausbildungsplätze“, sagt Michael Assenmacher, Ausbildungsexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Allerdings dürfen angehende Restaurant- oder Hotelfachleute nicht zu viel erwarten, was die Ausbildungsvergütung und die Arbeitszeiten angeht. Die Gastroberufe schnitten bei einer Bewertung durch die Auszubildenden seit Jahren besonders schlecht ab, sagte René Rudolf vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Nach Zahlen der Industrie- und Handelskammern haben 2010 rund 37.000 Menschen eine Ausbildung in der Gastronomie und Hotellerie begonnen. Am häufigsten wurde Koch gelernt. Diese Lehre haben 14.026 junge Menschen begonnen. Es folgte auf Platz 2 der Hotelfachmann (11.157) und auf Platz 3 der Restaurantfachmann (11.157).

Klagen über Arbeitszeiten

Die Klagen der Auszubildenden in der Gastro- und Hotelbranche richten sich vor allem gegen die Arbeitszeiten, so Rudolf. „Ein Riesenproblem sind Überstunden.“ So hätten 65 bis 70 Prozent der Auszubildenden in dieser Branche im Ausbildungsreport 2011 gesagt, sie würden regelmäßig Überstunden machen. Im Durchschnitt machen nur 40 Prozent der Auszubildenden regelmäßig Überstunden.

Vergütung ist gering

Auch die Ausbildungsvergütung sei nicht üppig. So liege die Vergütung in den Gastroberufen durchschnittlich bei monatlich 480 Euro brutto, so Rudolf. Im Durchschnitt der Ausbildungsberufe seien es rund 650 Euro brutto.

Basis für Selbständigkeit

Dennoch sind die Ausbildungsberufe gerade auch für Jugendliche mit nicht so guten Schulnoten eine Chance, sagt Thilo Pahl, Ausbildungsexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Voraussetzung sei, dass die Jugendlichen freundlich sind und gut mit Menschen umgehen können. Mit einer Ausbildung im Hotel oder in einer Gaststätte stünden den Lehrlingen nach ihrer Ausbildung außerdem Tür und Tor für die eigene Selbstständigkeit offen. (dpa/red)

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