Wie Frauen netzwerken

Neue Impulse und gute Kontakte versprechen sich die Teilnehmerinnen des Business Breakfast Club in Frankfurt

Von SABINE DEMM

Frankfurt a.M. - Alles fing damit an, dass Manuela Preuschl ihren guten Posten in einer Frankfurter Bank aufgab, um sich als Finanzplanerin selbstständig zu machen. Die Motivation für diese Entscheidung traf sie nicht ganz freiwillig. Sie wusste, dass in ihrer Abteilung bald Stellen gestrichen würden und wollte einer eventuellen Kündigung zuvorkommen. Außerdem hatte die promovierte Kauffrau das Bedürfnis, nach 13 Jahren beim gleichen Arbeitgeber etwas Neues zu wagen, zumal sie auch gerade eine anspruchsvolle Weiterbildung zur Finanzökonomin absolviert hatte.

Doch als sie vor der Entscheidung stand, wieder eine Festanstellung anzunehmen oder sich selbstständig zu machen, stellte sie plötzlich fest: "Ich hatte es versäumt, mir Netzwerke zu schaffen." Preuschl glaubt, dass das Männern nicht so leicht passiert. "Die verstehen das Kontakte knüpfen viel besser als Frauen", glaubt sie. "Das war ein Aha-Erlebnis für mich." Die ehemalige Bankerin tat im vergangenen Jahr dennoch den Schritt in die Selbstständigkeit. Das fehlende Netzwerk wollte sie sich dabei schrittweise aufbauen.

Eine Anregung dafür lieferte ein Artikel in einer Frauenzeitschrift über den Business Breakfast Club (BBC) in Hamburg, zu dem sich berufstätige Frauen seit 2004 trafen. Die Idee der Initiatorin Barbara Schneider: Anregungen für den beruflichen Alltag gewinnen, neue Kontakte knüpfen und dabei in angenehmer Atmosphäre frühstücken. Manuela Preuschl wandte sich an Barbara Schneider und so trafen sich im März 2005 erstmals Frauen zum Business Breakfast Club in der Mainmetropole. Die Auftaktveranstaltung unter dem Motto "Erfolgsstrategie Networking" stieß auf reges Interesse bei den mehr als 30 Teilnehmerinnen, erinnert sich Preuschl.

Vorträge von Experten

Doch danach verstrichen Monate und es folgte kein nächstes Treffen. Für Manuela Preuschl war es keine Frage, das Heft in die Hand zu nehmen. Dabei hat die Unternehmerin ihre eigenen Ideen vom BBC. Sie möchte die Treffen nicht immer nur am Morgen vor der Arbeit organisieren. "Das ist vielen Frauen gerade im Winter doch zu früh.!" Außerdem wünscht sie sich eine gewisse Abwechslung. "Mal kommen wir nur zum Essen, Reden und Erfahrungsaustausch zusammen. Andere Male gibt es Expertenvorträge zu bestimmten Themen."

Drei Business Breakfast Clubs hat die Finanzplanerin nun schon in Frankfurt organisiert. Etwa alle zwei Monate möchte sie die Treffen nun weiterführen. Das Thema des vergangenen BBC in diesem März lautete "Existenzgründung, Förderung und Mentoring", wozu zwei Fachfrauen der IHK referierten und über ihre persönlichen Erfahrungen berichteten.

"Dieses Mal kamen 20 sehr interessante Frauen aus allen beruflichen Bereichen", so Preuschl. Die meisten der Frauen befanden sich gerade in einer beruflichen Aufbruchs- oder Umorientierungsphase und entsprechend stieß das Thema Mentoring und Förderung auf großes Interesse. "Ich denke der Abend hat vielen Frauen neue Impulse und gute Kontakte vermittelt", bilanziert die Organisatorin.

Treffen in der Börse

Zu jedem BBC kamen - bis auf einen kleinen festen Stamm - bislang immer verschiedene Frauen. Die Veranstaltung ist gegen einen Unkostenbeitrag offen für jede Interessierte. Der nächste BBC soll im Juni stattfinden und Manuela Preuschl wird selbst zu einem Thema referieren, das ihr besonders am Herzen liegt: "Frauen und Finanzen". Sie will die Frankfurter Börse als Veranstaltungsort gewinnen. Hier sollen die Teilnehmerinnen die Scheu vor der Geldanlage in Aktien verlieren und zudem einen Anreiz bekommen, sich künftig um ihre Finanzplanung eigenständiger zu kümmern.

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