Familie und Freizeit kommen oft zu kurz

Studie unter Führungskräften / Hohe Zufriedenheit trotz 50-Stunden-Woche

Frankfurt a.M. - Bundesweit nahmen rund 200 Manager an der Befragung teil. Die Fach- und Führungskräfte machten unter anderem Angaben zu ihrem persönlichen Arbeitspensum, ihrem Einkommen und gaben eine Einschätzung ihrer Perspektiven für 2007 ab. Unter den Befragten waren rund 16 Prozent selbstständige Unternehmer, 14 Prozent Geschäftsführer und leitende Angestellte, 29 Prozent Angestellte mit Personalverantwortung und 41 Prozent Angestellte ohne Personalverantwortung. Alle Befragten verfügen über mehrjährige Berufserfahrung und sind überwiegend im kaufmännischen Bereich tätig.

Die Mehrzahl der Befragten (26 Prozent) arbeitet zwischen 46 und 50 Wochenstunden. 24 Prozent kommen auf 41 bis 45 Wochenstunden. Beinahe ein Viertel der Befragten, nämlich 23 Prozent, investiert sogar mehr als 51 Stunden pro Woche in die Arbeit. Demnach arbeitet fast jeder Zweite mehr als 45 Stunden pro Woche. 51 Prozent der Befragten opfern zusätzlich noch bis zu drei Samstage pro Monat für den Beruf. "Spitzenreiter" in Sachen Arbeitszeit sind die selbstständigen Unternehmer und die Geschäftsführer und leitenden Angestellten. Beide Gruppen kommen auf durchschnittlich etwa 52 Stunden Arbeit pro Woche.

Mit der Übernahme von mehr Verantwortung wächst der Arbeitsaufwand überdurchschnittlich. "Der größere Entscheidungsspielraum entschädigt aber für den Mehraufwand und führt zu überdurchschnittlicher Arbeitszufriedenheit", sagt Burghard Hermeier, Rektor der FOM und Projektleiter der Studie.

Durchweg beklagt wurde allerdings, dass Freizeit und Familie unter den Anforderungen des Berufes litten. Über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) gab an, dass ihnen berufsbedingt zu wenig Zeit für Freizeit und Familie bliebe.

Der aktuelle Trend zu einem überwiegend optimistischen Blick auf Gegenwart und Zukunft in Deutschland spiegelt sich auch in dieser FOM-Umfrage wider. Mit dem geschäftlichen Erfolg zeigten sich 57 Prozentz der Befragten zufrieden, 20 Prozent sind sogar sehr zufrieden. Etwas weniger enthusiastisch fällt allerdings die Bewertung der persönlichen Einkommensverhältnisse aus. Hier äußerten nur 61 Prozent Zufriedenheit.

Weiterbildung hoch im Kurs

Für das Jahr 2007 rechnen aber 46 Prozent mit einer günstigen Einkommensentwicklung. Die Einschätzung der persönlichen Karriereperspektiven fällt ganz ähnlich aus. 57 Prozent halten sie für günstig oder sehr günstig. Quer durch alle Berufsgruppen wird Weiterbildung als Motor für die eigenen beruflichen Perspektiven angesehen. Für 98 Prozent der Befragten ist Weiterbildung ein entscheidender Faktor für Karriere im Beruf. "Dass trotz der hohen Arbeitsbelastung der persönlichen Weiterbildung immer größere Bedeutung beigemessen wird, ist beachtlich", so Hermeier. Dieser Trend sei auch an der Nachfrageentwicklung der FOM ablesbar. Bundesweit sind demnach mehr als 500 Akademiker im zweijährigen berufsbegleitenden Aufbaustudium zum "Master of Business Administration" eingeschrieben. "Weiterbildung wird zum wichtigsten Instrument der Berufstätigen, um sich abzusichern und neue berufliche Perspektiven zu eröffnen", bekräftigtBurghard Hermeier.

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