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Fachkräfte sollen in Deutschland bald Mangelware sein. Laut einer IHK-Umfrage klagen bereits 70 Prozent der Industrie-Unternehmen über Schwierigkeiten, offene Stellen mit qualifizierten Fachkräften zu besetzen.

Arbeitsmarkt

Fachkräftemangel: BA präsentiert Lösungsansätze

Zuwanderer anlocken und die schlummernden Potenziale nutzen - mit der Studie "Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland" präsentiert die Bundesagentur für Arbeit (BA) einen Zehn-Punkte-Plan zur Bewältigung des drohenden Fachkräftemangels.

Von Sebastian Bach

Durch die Trendwende am Arbeitsmarkt und die niedrigste Arbeitslosenquote seit 1992, zeichnet sich eine Entwicklung ab, mit der vor Jahren noch niemand gerechnet hätte: Es gibt zu viele Leerstellen und zu wenig qualifiziertes Personal. Wie die BA vermeldet, soll das Erwerbspersonenpotenzial, also die Gesamtzahl der Personen, die in der Lage sind, einer Arbeit nachzugehen, bis zum Jahr 2025 um rund 6,5 Millionen Personen sinken. Das könnte gravierende Folgen haben. Zumindest wenn man nicht rechtzeitig gegensteuert.

Der Lösungsansatz der BA setzt auf qualifizierte Zuwanderung und betont das "Potenzial der Frauen". Durch eine bessere Integration der Frauen in die Erwerbstätigkeit ließen sich rund drei Millionen Vollzeitarbeitsplätze schaffen, so die Studie. Gerade bei den Teilzeitkräften und Berufsrückkehrerinnen fänden sich noch erhebliche Potenziale.

Als weitere zentrale Tätigkeitsfelder nennt das Papier die Reduzierung der Schulabbrecher, die Erhöhung der Erwerbspartizipation von Menschen über 55 sowie eine Anhebung der Wochenarbeitszeit mit den entsprechenden Anreizen für Erwerbstätige. "Wir können es uns nicht leisten, die schlummernden Potenziale in unserem Land zu ignorieren", sagte BA-Vorstand Raimund Becker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Becker merkt jedoch an, dass das Potenzial im Inland allein nicht ausreiche, um dem Problem auf Dauer Herr zu werden. Deshalb sei die gezielte Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften ein weiterer Aspekt, den man in die Überlegungen mit einbeziehen müsse.

Insgesamt sieht die BA den drohenden Fachkräftemangel aber keinesfalls als unlösbare Aufgabe. "Wir möchten Ihnen aufzeigen, dass der drohende Fachkräftemangel kein Schicksal ist. Im Gegenteil: Mit gut abgestimmten Strategien aller beteiligten Akteure und durch eine gute Zusammenarbeit in Netzwerken, kann es gelingen, einem Mangel entgegenzutreten", heißt es in einer aktuellen Presseerklärung.

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