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Fachkräftemangel in Frankfurt:

Unternehmen müssen ihre Ressourcen überprüfen

Die deutsche Wirtschaft leidet unter einem zunehmenden Fachkräftemangel. Davon bleibt auch Frankfurt nicht verschont. Umso wichtiger wird es für die Unternehmen, langfristig zu planen und ihre Ressourcen im Blick zu behalten.

Die deutsche Wirtschaft bereitet sich auf eine Rezession vor. Eine tatsächliche Krise wird in nächster Zeit zwar nicht erwartet, durchaus seien aber die besten Zeiten erst einmal vorbei, sind sich die Experten sicher. Dass die Goldgräberstimmung ein solch jähes Ende findet, liegt an vielen verschiedenen Faktoren. Einer davon ist der Fachkräftemangel. Dieser ist nun mit voller Wucht auch in Frankfurt angekommen und trifft weit mehr Unternehmen als nur Handwerksbetriebe. Resultierend aus dem demografischen Wandel, fehlt es in immer mehr Berufen an qualifiziertem Nachwuchs. Neben dem handwerklichen Bereich trifft das vor allem Sozialberufe sowie Ingenieure und ITler. In vielen anderen Berufen werden Vakanzen zwar noch problemlos besetzt – allerdings könnte sich das in absehbarer Zeit ebenfalls ändern, so die Prognosen. Wer also zukünftige Probleme präventiv verhindern möchte, muss bereits jetzt entsprechende Maßnahmen ergreifen. Ansonsten könnten den Frankfurter Unternehmen sprichwörtlich eines Tages die Mitarbeiter ausgehen und das ist angesichts der internationalen Konkurrenz schnell existenzgefährdend.

Unternehmen müssen ganzheitlich planen

Die richtigen Mitarbeiter sind das A und O eines jeden erfolgreichen Unternehmens, das ist unbestritten. Dennoch sind sie natürlich längst nicht der einzige Erfolgsfaktor. Es gilt daher, sämtliche Ressourcen sowie deren effizienten Einsatz im Blick zu behalten. Wer Mitarbeiter jetzt sowie in Zukunft gewinnen und langfristig an das Unternehmen binden möchte, muss nicht nur an der personellen Stellschraube drehen.

Ein praxisnahes Beispiel dient dem leichteren Verständnis: Der Recruiting-Prozess für Unternehmen wird angesichts des Fachkräftemangels immer aufwändiger. Er bedarf somit eines größeren Budgets, sprich die Finanzplanung muss angepasst werden. Zeitgleich empfiehlt sich vielleicht die interne Umverteilung von Aufgaben, um die offene Stelle für Bewerber attraktiver zu machen oder – bei Nichtbesetzung – vielleicht sogar gänzlich einzusparen. Letzterer Fall würde wiederum einen geringeren Bedarf an Betriebsmitteln wie Computern, Schreibtischen & Co bedeuten und ebenso Veränderungen im Rechnungswesen. Dies macht deutlich, weshalb es für Unternehmen unerlässlich ist, ihre Ressourcen ganzheitlich sowie langfristig zu planen.

ERP-Systeme werden schon bald unverzichtbar

Aufgrund der Komplexität dieser ganzheitlichen Ressourcenplanung greifen viele Großunternehmen schon seit Längerem auf spezielle ERP-Systeme zurück. Die Software könnte zunehmend aber auch für KMUs unverzichtbar werden, denn diese sind nicht nur in Frankfurt in der Regel zuerst vom Fachkräftemangel betroffen. Viele qualifizierte Nachwuchskräfte möchten schließlich zu den „großen Namen“ oder werden dort mit überdurchschnittlichen Gehältern, flexiblen Arbeitszeiten und anderen Vorzügen gelockt, welche kleine sowie mittelständische Unternehmen nicht (in diesem Ausmaß) leisten können.

So oder so, helfen diese ERP-Programme dabei, betriebliche Produktionsfaktoren wie das Personal, Kapital, die Betriebsmittel, Buchhaltung und viele weitere ganzheitlich, effizient sowie langfristig zu planen und zu steuern. Die Veränderungen werden unmittelbar kontrolliert und bei Bedarf erneut angepasst. So lange eben, bis das „Optimum“ erreicht ist – ähnlich einem komplexen Puzzle. Eine solche digitale Unterstützung kann Frankfurter Unternehmen also in Zukunft dabei helfen, Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel zu begegnen. Dennoch werden weitere Maßnahmen notwendig sein, um sich beim Recruiting auch in Zukunft gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

Lösungsstrategien in Zeiten des Fachkräftemangels

Eine ganzheitliche Ressourcenplanung reicht natürlich längst noch nicht aus, um Fachkräfte gewinnen sowie langfristig binden zu können. Es handelt sich dabei nur um den ersten notwendigen Schritt, um überhaupt den zukünftigen Personalbedarf zu identifizieren und ein entsprechendes Budget für das Recruiting, Employer Branding & Co freizuschaufeln. Damit ist ein wichtiges Stichwort gefallen: Das Employer Branding gewinnt in diesem Zuge rasant an Bedeutung. Es geht darum, eine Arbeitgebermarke zu implementieren – sozusagen selbst zu einem „großen Namen“ zu werden. Das Unternehmen muss als Arbeitgeber für seine Zielgruppe im Sinne der benötigten Fachkräften attraktiv werden. Bestenfalls bewerben diese sich dadurch auf eigene Faust auf die Vakanzen oder sogar initiativ. Ansonsten werden zumindest die Erfolgsquoten bei der Direktansprache gesteigert. Allerdings reicht auch das Employer Branding nicht immer aus, um den Bedarf an Fachkräften zu decken, vor allem in der IT.

Selbst ausbilden, heißt für viele Frankfurter Unternehmen nun die Lösung. Sie können nämlich vielfältig davon profitieren, keine „fertigen“ Fachkräfte einzustellen, sondern den Nachwuchs selbst heranzuzüchten. Einerseits können sie die Mitarbeiter somit perfekt auf den eigenen Bedarf anpassen, beispielsweise hinsichtlich der Arbeitsinhalte. Andererseits wird dadurch die Mitarbeiterbindung gestärkt. Dementsprechend fangen immer mehr Unternehmen mittlerweile damit an, potenzielle Nachwuchskräfte bereits in den Schulen anzuwerben – mit Informationsveranstaltungen oder Aktionen wie dem „Girl’s Day“. Auch viele Handwerksbetriebe möchten die zukünftigen Mitarbeiter abfangen, bevor sie sich für eine akademische Laufbahn entscheiden. Schließlich wittern hier gerade dank Fachkräftemangel bei entsprechender Laufbahn mit Meistertitel oder einem eigenen Betrieb ebenfalls beste Karrierechancen.

Fazit

Schlussendlich gibt es nicht die eine richtige Strategie, wie Frankfurter Unternehmen dem Fachkräftemangel erfolgreich begegnen können. Fakt ist, dass eine ganzheitliche Ressourcenplanung – bestenfalls mit professioneller ERP-Software – unverzichtbar ist. Die weiteren Maßnahmen hängen jedoch stets vom Unternehmen, der Branche sowie der Zielgruppe ab: Fehlt es also an Malern, Krankenschwestern oder ITlern? Für die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung sowie -bindung macht das durchaus einen großen Unterschied. Es bedarf deshalb stets eines individuellen Konzeptes und der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Für alle gleichermaßen gilt jedoch, dass sie sich über die Problematik namens Fachkräftemangel lieber heute als morgen Gedanken machen.

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