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Experte verrät: So sollten sich Führungskräfte in der Corona-Ausnahmesituation verhalten

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Führungskräfte müssen in der Corona-Krise gute Nerven beweisen.
Führungskräfte müssen in der Corona-Krise gute Nerven beweisen. © Patrick Pleul / dpa

Wie sollten sich Chefs in der aktuellen Situation der Corona-Krise verhalten? Ein Karriere-Experte gibt darüber in einzelnen Schritten Auskunft.

Welche Fragen sollte sich die Führungskraft zu Beginn der Coronavirus-Krise stellen?

Zu Beginn rät Berater Peter Kraushaar von comteamgroup.com, sich als Führungskraft auf drei Themen zu fokussieren:

  1. Konkretisierung der Krise: Wie kann ich die Situation möglichst sofort positiv beeinflussen?
  2. Veränderungskraft etablieren: Welche positiven Auswirkungen könnten meine Bemühungen auf die Menschen in meinem Umfeld haben?
  3. Einbindung von Mitarbeiterinnen: Wie kann ich andere Kollegen und Mitarbeiter mobilisieren, die momentan noch zu ängstlich oder zögerlich sind?

Führungskräfte wie Mitarbeiter*innen möchten im Homeoffice Nähe zu Kolleg*innen aufrecht erhalten - wie ist das möglich?

Kraushaar gibt in diesem Punkt folgende Tipps mit auf den Weg:

Lesen Sie hier: Chefs sagen: Das ist der schlimmste Fehler im Bewerbungsgespräch.

Was macht Homeoffice mit einem und wie stellt man sich den beruflichen Herausforderungen?

"Es gibt Gewinner- und Verlierer-Typen im Homeoffice", so Kraushaar. Die Gewinner seien in der Situation Menschen, die nicht alles so genau nehmen würden und nicht alles auf die Goldwaage legen. "Sie tun sich leichter im Homeoffice, auch wenn mal der Hund durch das Zimmer wuselt, das Kind schreit. Sie arrangieren sich und wissen, dass sie es nicht allen recht machen können. Sie meistern die Herausforderungen mit einem Lächeln im Gesicht."

Für Menschen mit übertriebenem Perfektionismus sei Homeoffice allerdings stressig, weil nicht alles strukturiert sei und nicht 100 Prozent rund laufe. "Top-Leistungen sind unmöglich", erklärt Kraushaar. "Die Perfektionisten verlieren die Kontrolle über die Situation und werden unsicher. Den Perfektionisten helfen jetzt keine 'Wie geht es besser'-Tipps. Ihnen ist jetzt aufzuzeigen, dass es in der Krise niemals perfekt läuft. Denn in der Krise gilt: improvisieren erlaubt und gut ist gut genug."

Lesen Sie hier: Dürfen Kollegen und der Arbeitgeber Sie in Ihrem Urlaub kontaktieren?

"Triple S": Struktur, Stabilität und Selbstvertrauen

Unter der "Triple S"-Methode versteht man: Struktur, Stabilität und Selbstvertrauen bei den Mitarbeiterinnen zu etablieren, weiß Kraushaar und gibt eine genauere Einordnung:

Lesen Sie hier: Bewerbung: So begeistern Sie mit dem ersten Satz in Ihrem Anschreiben.

Wie schafft es die Führungskraft, in stressigen Ausnahmesituationen positiv zu bleiben?

In Ausnahmesituationen prasseln äußere Stressfaktoren in Form von negativen Nachrichten, dynamischen Abläufen und ängstlichen Mitarbeitern stündlich auf die Führungskraft ein. Wir fühlen uns gestresst, verzweifelt, hoffnungslos, ängstlich, einsam oder wütend auf der Suche nach Sicherheit. Kraushaar rät hierbei dazu, seine Gedanken mit einigen Tricks umzupolen.

Tipp 1: Weniger denken hilft. Entleeren wir die unnützen Gedanken und machen unseren Geist frei. Mit einem freien Geist kommen Sie ihrem "Kopfkino" auf die Schliche.

Tipp 2: Wir haben die Fähigkeit, unsere Realität in jedem Moment durch Gedanken zu erschaffen. Wir bestimmen und erschaffen durch neue und frische Gedanken, von "Innen nach außen", unsere Realität. Unsere innere Einstellung beeinflusst unser Handeln und Verhalten. Dazu gehört die Kontrolle der eigenen Gedanken und Gefühle.

Tipp 3: Es gilt also unsere Gedanken umzuformulieren. Hier helfen laut Experte Kraushaar drei Kernfragen:

  1. Ist mein negativer Gedanke wahr und wer sagt mir eigentlich, dass er wahr ist?
  2. Wie wäre meine Situation ohne den Gedanken?
  3. Wie würde es mir dann gehen und was hätte ich dann für neue Möglichkeiten?

Diese zwei Wörter sollten Sie als Führungskraft aus Ihrem Wortschatz streichen

Für erfolgreichere Kommunikation empfiehlt Experte Kraushaar, die zwei Wörter "Aber" und "Müssen" aus Ihrem Wortschatz zu streichen. Finden Sie heraus, was Sie wirklich "wollen" und erlauben Sie sich keine Entschuldigungen. Ersetzen sie die beiden Wörter mit "ja und" und "Wollen".

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Auf welche Risiken haben Führungskräfte im Team zu achten?

"In der Krise ist der Nervositätsgrad und Stresspegel besonders hoch", weiß Kraushaar. "Für alle gilt aufeinander mehr Rücksicht zu nehmen. Wenn es einem Mitarbeiter nicht gut geht und er / sie angespannt ist, wirkt eine provozierende Frage oder ein kritischer Blick kontraproduktiv. Dadurch werden die roten Knöpfe gedrückt und das gilt es in Ausnahmesituationen zu vermeiden. Gefragt ist jetzt gegenseitige Hilfe und Unterstützung, um den Mitarbeiter oder Kollegen aufzubauen, wenn es emotional brenzlig wird."

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sca

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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