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Kinderkleidung hängt an der Garderobe eines Kindergartens.
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Laut einer Umfrage denken ein Viertel der Erzieherinnen und Erzieher über einen Berufswechsel nach.

OECD-Studie enthüllt

Kita-Erzieher denken oft über Berufswechsel nach – dabei spielt das Gehalt nur eine Nebenrolle

  • Andrea Stettner
    VonAndrea Stettner
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Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen leiden unter den Rahmenbedingungen ihres Jobs. Viele denken deshalb darüber nach, den Job zu wechseln – aber nicht wegen des Gehalts.

Die Mehrheit der deutschen Erzieherinnen und Erziehern in Kindertageseinrichtungen lieben Ihren Beruf und die alltägliche Arbeit mit Kindern*. Doch bei den Rahmenbedingungen sieht es ganz anders aus. Zu diesem Ergebnis kommt der zweite Teil einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die kürzlich vorgestellt wurde.

Sechs Gründe, die Erzieherinnen und Erzieher den Job schwer machen

Für die OECD-Studie wurden Kita-Fachkräfte in Deutschland und acht weiteren Ländern befragt. Das Ergebnis: Besonders der Personalmangel macht den Erzieherinnen und Erziehern in Deutschland zu schaffen, aber auch fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten und mangelnde Wertschätzung. Insgesamt finden sich sechs Gründe, die Kita-Personal oft an ihrem Job zweifeln lassen:

  • 1. Gesundheitliche Probleme: Jede vierte Fachkraft klagt über gesundheitliche Einschränkungen. Für Fachkräfte in Deutschland ist das der wahrscheinlichste Grund, einen Job aufzugeben.
  • 2. Schlechtes Gehalt: Zwei von drei Erzieherinnen und Erzieher fühlen sich unterbezahlt. Laut OECD kann dies dazu führen, dass Kita-Fachkräfte ihren Beruf wechseln. Wie hoch das Gehalt von Erzieherinnen und Erziehern in Deutschland ist, erfahren Sie hier.
  • 3. Personalmangel: Die größte Sorge von Einrichtungsleitern. Jeder fünfte befürchtet wegen fehlendem Fachpersonal Qualitätseinbußen.
  • 4. Stress: Jede dritte Fachkraft leidet aufgrund von Personalausfall, zu großen Gruppen und „mangelnden Ressourcen“ unter Stress. Das Burnout-Risiko könne deshalb steigen.
  • 5. Fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten: Personalmangel führt auch dazu, dass Fachkräften die Zeit zur Weiterbildung fehlt.
  • 6. Fehlende Anerkennung: Besonders in Deutschland vermissen Erzieherinnen und Erzieher Wertschätzung für ihre Arbeit.

Die Befragung bringt auch einen traurigen Aspekt zutage: Obwohl die deutschen Erzeherinnen und Erzieher ihrer Arbeit gerne nachgehen, denken hierzulande verhältnismäßig viele Kita-Kräfte über einen Berufswechsel nach. Dabei spielen gesundheitliche Probleme die Hauptrolle, aber auch ein zu niedriges Gehalt kann laut der Studie zu einem Jobwechsel führen.

Lesen Sie auch: Achtung: Das sind die häufigsten Berufskrankheiten - sind Sie auch gefährdet?

Das empfiehlt die OECD

Ausreichendes Personal ist auch einer der Schlüssel zu mehr Qualität in der frühen Bildung – das weiß auch Juliane Seifert. Die Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium mahnt während der Vorstellung der Studie: „Unsere Kitas und Kindertagespflegeeinrichtungen müssen wir gut aufstellen, denn sie sind die ersten Stationen in unserem Bildungssystem. Dafür benötigen wir dringend die Fachkräfte, die jeden Tag – und auch jetzt in der Corona-Pandemie – mit viel Einsatz und Kompetenz dafür arbeiten, Kinder zu fördern und auf ihrem Weg zu begleiten. Daher müssen wir die Wünsche und Sorgen der Fachkräfte ernst nehmen.

Zur Studie

Für die OECD Studie „TALIS Starting Strong“ wurden über 15.000 Fachkräfte und 3.000 Leitungskräfte in Kindertageseinrichtungen aus Deutschland, Chile, Dänemark, Island, Israel, Japan, Korea, Norwegen und der Türkei befragt. In Deutschland haben sich etwa 3.000 Personen an der Studie beteiligt. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

Mehr zum Thema: Umfrage: Das sind die undankbarsten Berufe Deutschlands - ist Ihrer dabei?

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Gehalt: Die zehn bestbezahlten Ausbildungen in Deutschland

Platz 10: Maurer verdienen in ihrer dreijährigen Lehrzeit zwischen 550 und 1.200 Euro.
Platz 10: Maurer verdienen in ihrer dreijährigen Lehrzeit zwischen 550 und 1.200 Euro brutto. © Lino Mirgeler / dpa
Platz 9: Verwaltungsfachangestellte bekommen 700 bis 800 Euro brutto.
Platz 9: Angehende Verwaltungsfachangestellte bekommen 700 bis 800 Euro brutto. © Peter Steffen / dpa
Platz 8: Fachinformatiker erhalten monatlich zwischen 700 und 900 Euro brutto.
Platz 8: Fachinformatiker erhalten in der Ausbildung monatlich zwischen 700 und 900 Euro brutto. © Jan Woitas / dpa
Platz 7: Dank Nacht- und Wochenendzuschlägen können angehende Polizisten bis zu 1.100 Euro verdienen.
Platz 7: Dank Nacht- und Wochenendzuschlägen können angehende Polizisten bis zu 1.100 Euro verdienen. © Stefan Sauer / dpa
Platz 6: Technische Zeichner (auch technische Produktdesigner oder technische Systemplaner) verdienen in der Lehrzeit 700 bis 1.000 Euro brutto.
Platz 6: Technische Zeichner (auch technische Produktdesigner oder technische Systemplaner) verdienen in der Lehrzeit 700 bis 1.000 Euro brutto. © pixabay / 422737
Platz 5: Ob in KfZ-Betrieben, in der Luft- und Raumfahrt oder im medizinischen Bereich: Mechatroniker dürfen sich in der Ausbildung über ein ordentliches Gehalt von 800 bis 1.000 Euro brutto freuen.
Platz 5: Ob in KfZ-Betrieben, in der Luft- und Raumfahrt oder im medizinischen Bereich: Mechatroniker dürfen sich in der Ausbildung über ein ordentliches Gehalt von 800 bis 1.000 Euro brutto freuen. © Oliver Berg / dpa
Platz 4: Bankkaufleute gehören seit jeher zu den Besserverdienenden. Azubis verdienen im Monat etwa 650 bis 1.000 Euro brutto.
Platz 4: Bankkaufleute gehören seit jeher zu den Besserverdienenden. Azubis verdienen im Monat etwa 650 bis 1.000 Euro brutto. © Matthias Balk / dpa
Platz 3: Ebenso gut ergeht es Azubis im Finanzbereich. Angehende Versicherungskaufleute verdienen etwa 650 bis 1.000 Euro brutto.
Platz 3: Ebenso gut ergeht es Azubis im Finanzbereich. Angehende Versicherungskaufleute verdienen etwa 650 bis 1.000 Euro brutto. © pixabay / Free-Photos
Platz 2: Binnenschiffer kann man zwar nicht überall werden, aber die Ausbildung lohnt sich: Hier sind zwischen 800 und 1.100 Euro brutto drin.
Platz 2: Binnenschiffer kann man zwar nicht überall werden, aber die Ausbildung lohnt sich: Hier sind zwischen 800 und 1.100 Euro brutto drin. © Philipp Schulze / dpa
Platz 1: Die Pole-Position geht mit großem Abstand an die Azubis der Fluglotsen. Im zweiten und dritten Lehrjahr sind Spitzengehälter von 3.000 bis 4.500 Euro brutto drin.
Platz 1: Die Pole-Position geht mit großem Abstand an die Azubis der Fluglotsen. Im zweiten und dritten Lehrjahr sind Spitzengehälter von 3.000 bis 4.500 Euro brutto drin. © Ingo Wagner / dpa

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