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Information: Diesen Job nehmen die Eltern künftiger Auszubildender ihren Kindern gerne ab. Sie informieren sich ausführlich zum Thema Ausbildung.

Wiesbaden

Eltern informieren sich über Ausbildung im Wandel

Nicht nur die Ausbildungsberufe unterliegen einem stetigen Wandel. Auch die Art und Weise, wie Informationen zu den künftigen Auszubildenden gelangen. Die Informationsbeschaffung wird "outgesourct". Es sind die Eltern, die diesen Job übernehmen, um dem Nachwuchs den Rücken frei zu halten und eine fundierte Beratung bieten zu können.

Auch die Stadt Wiesbaden hatte zu einem Informationsabend mit Podiumsdiskussion zum Thema „Ausbildung 2012 – Was wir Eltern wissen wollen“ eingeladen.

Die Berufsbilder haben sich durch neue Technologien, die zunehmende Vernetzung sowie die ansteigende Informationsflut in den vergangenen Jahren stark verändert. Dadurch sind auch ganz neue Ausbildungsberufe entstanden. Aber auch auf die gängigen Berufsbilder lohnt ein Blick: Insbesondere im gewerblichen Bereich gibt es ausgezeichnete Ausbildungsberufe mit sehr guten Aufstiegschancen und Entwicklungsmöglichkeiten in einem internationalen Umfeld.

Ausbildung und demografischer Wandel

Marion Beckschebe, Vertreterin der Agentur für Arbeit, lenkte den Blick von den gängigen Ausbildungsberufen, wie zum Beispiel Bürokauffrau/-mann, auf weniger bekannte Berufe. „Orthopädiemechaniker und Hörgeräteakustiker sind Ausbildungsberufe, die aufgrund des demografischen Wandels in der Zukunft immer stärker nachgefragt werden.“ Und sie ergänzt: „Die Ausbildungsplatzsituation in Wiesbaden beispielsweise ist sehr gut. 2.528 freien Ausbildungsplätzen im Jahr 2011 stehen 2140 Bewerber gegenüber.“

Auch die sorgfältige Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen ist bei Eltern Thema. „Ein Muss sind die letzten zwei Schulzeugnisse sowie ein fehlerfreies Anschreiben und ein lückenloser Lebenslauf, beides unterschrieben“, so Rainer Volland von der Kreishandwerkerschaft. Ein absolutes „No go“ sei aber zum Beispiel ein Rechtschreibfehler in der Firmenanschrift oder gar die Verwechslung des Namens.

Bewerber sollen Engagement zeigen

Ehrenamtliches Engagement, wie zum Beispiel in der freiwilligen Feuerwehr, macht sich gut. Darauf kann man im Lebenslauf hinweisen, ebenso auf absolvierte Praktika. „Ein Praktikum in einer sozialen Einrichtung stellt für eine Bewerbung bei der AWO einen Pluspunkt dar und unterstreicht das gesellschaftliche Engagement“, erklärte Dr. Jürgen Richter von der AWO. Wichtig sei auch die rechtzeitige Bewerbung. Deren Fristen variieren je nach Ausbildungsberuf und Arbeitgeber. Generell gelte: Je größer ein Traumberuf gefragt sei, desto früher – am besten bereits ein Jahr vor dem Schulabschluss – müsse man sich auch bewerben. In der Vergangenheit sei es immer wieder vorgekommen, dass Eltern anstelle der Jugendlichen bei ihnen anriefen, um sich nach einem Ausbildungsplatz zu erkundigen, so Jennifer Gawrisch von der Asklepios Paulinen Klinik: „So etwas geht gar nicht“, betont sie. „Eltern sollten stattdessen solidarisch an der Seite der Jugendlichen stehen, aber den Jugendlichen selbst den Weg gehen lassen, auch wenn die dann gemachten Erfahrungen manchmal wehtun." (red)

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