Eigenkündigung trotz Androhung einer Entlassung rechtens

Mainz (dpa) - Kündigt ein Mitarbeiter selbst, ist dies auch dann wirksam, wenn die Kündigung unter Androhung einer fristlosen Entlassung zustande kam. Das

Mainz (dpa) - Kündigt ein Mitarbeiter selbst, ist dies auch dann wirksam, wenn die Kündigung unter Androhung einer fristlosen Entlassung zustande kam. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz hervor.

Voraussetzung ist nach dem Richterspruch allerdings, dass die Drohung nicht widerrechtlich war. Dies sei dann nicht der Fall, wenn tatsächlich ein Grund für eine fristlose Kündigung vorgelegen habe (Urteil vom 10.4.2008 - 10 Sa 731/07).

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers ab. Der stand im begründeten Verdacht, seinen Arbeitgeber bestohlen zu haben. In einem Gespräch mit dem Kläger drohte ihm ein Vorgesetzter die fristlose Entlassung an, falls er nicht eine Eigenkündigung unterschreibe. Der Kläger unterzeichnete zwar, erklärte später aber die Anfechtung der Kündigung wegen Nötigung.

Das LAG sah die Kündigungserklärung jedoch als wirksam an. Da schon der bloße Verdacht einer Straftat eine fristlose Kündigung rechtfertige, habe der Arbeitgeber nicht mit einem "unzulässigen Übel" gedroht. Daher sei die Drohung weder widerrechtlich noch erfülle sie den Tatbestand der Nötigung.

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